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Putin und Depardieu : Was für ein Geschenk

04.01.2013 15:33 Uhrvon
Dickkopf wie Obelix. Depardieu und Putin in der Ermitage in St. Petersburg.Bild vergrößern
Dickkopf wie Obelix. Depardieu und Putin in der Ermitage in St. Petersburg. - Foto: dpa

Putin hat Depardieu die russische Staatsbürgerschaft übergetragen – dessen lautes Mundwerk bleibt diesmal still. Kein Wunder. Obwohl: 13 Prozent Steuern, das wäre doch ein Deal, oder?

„Wenn Gérard wirklich eine Aufenthaltsgenehmigung oder einen russischen Pass haben will, ist das eine Sache, die praktisch schon geregelt ist.“ Mit diesen Worten hatte der russische Präsident Wladimir Putin dem französischen Schauspieler Gérard Depardieu im Dezember die russische Staatsbürgerschaft angeboten. Jetzt ist es so weit. Nur kurze Zeit, nachdem Depardieu Ende Dezember seinen 64. Geburtstag feierte, machte ihm Putin ein Geschenk, von dem nicht klar ist, ob Depardieu es wirklich annehmen wird. Am Mittwoch gab es der Kreml in einem Kommuniqué bekannt: „Wladimir Putin hat das Dekret unterschrieben, mit dem dem Franzosen Gérard Depardieu die russische Staatsbürgerschaft zuerkannt wird.

So schnell kann es also gehen, wenn man einen Pass braucht. Es war wohl kaum mehr als eine Weinlaune, als Depardieu im Dezember auf dem Höhepunkt seines Steuerstreits mit der französischen Regierung damit prahlte, sein Freund Putin habe ihm schon einen Pass geschickt. Aus dem Spaß ist nun Ernst geworden, zumindest insofern, als das fragliche Dokument abholbereit beim russischen Konsulat liegen dürfte. Ob Depardieu das Dokument in Empfang nehmen und, wie er dem französischen Premierminister Jean-Marc Ayrault im Zorn entgegenschleuderte, seinen französischen Pass hinknallen wird, bleibt abzuwarten. Der Schauspieler hat sich zu dem Freundesbeweis aus Moskau (noch) nicht geäußert. Die französische Regierung hüllte sich in Schweigen. Sie habe die Zuerkennung der Staatsbürgerschaft eines anderen Staates an einen Franzosen nicht zu kommentieren, erklärt ein Sprecher.

Das Urteil des französischen Verfassungsgerichts, das am 29. Dezember die sogenannte Reichensteuer von 75 Prozent auf Einkommen von über einer Million Euro verwarf, hat an Depardieus Vorhaben, sich im steuerfreundlichen Belgien niederzulassen, nichts geändert. Er werde auf jeden Fall nach Belgien gehen, hatte der Schauspieler sofort erklärt. Unbekannt ist, ob er weiter daran denkt, einen belgischen Pass zu beantragen. So leicht wie ein russischer ist der nämlich nicht zu haben, wie der zuständige Ausschuss des belgischen Parlaments kürzlich in einem anderen prominenten Fall deutlich machte.

Wirklich brauchen tut Depardieu einen anderen Pass freilich nicht. Auch als Franzose zahlt man in Belgien weniger Steuern als in Frankreich. Noch weniger würde er freilich in Russland zahlen müssen. Angeblich nur 13 Prozent. Aber dort könnte ihm anderes blühen, wie ihn ein Fan im Internet warnte: „Nur eine Dummheit, und er kriegt zwei Jahre Zwangsarbeit wie Pussy Riot. Vielleicht bittet er dann Frankreich um Asyl.“ Eine kleine Dummheit, das kann schnell passieren, vor allem, wenn man einen solchen Dickkopf hat.

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