• "Quell der Hoffnung": Religiöse Führer fordern Einigkeit im Kampf gegen Klimawandel

"Quell der Hoffnung" : Religiöse Führer fordern Einigkeit im Kampf gegen Klimawandel

Ökumene für die Ökologie? Die Vertreter ganz verschiedener Religionen warnen in einer gemeinsamen Erklärung gegen die Gefahren des Klimawandels. Schulter an Schulter wollen die Gläubigen aller Konfessionen die Rechte der Schöpfung vertreten.

UppsalaMit festem Glauben gegen den Klimawandel: Auf einer Konferenz im schwedischen Uppsala haben rund 30 religiöse Führer aus aller Welt für mehr Zusammenarbeit beim Kampf gegen drohende Klimaveränderungen geworben. In der Kathedrale der Stadt unterzeichneten sie ein Manifest, in dem sie vor allem fordern, den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 drastisch zu vermindern.

Glaube und Religion könnten "ein Quell der Hoffnung" in den internationalen Bemühungen um den Klimaschutz sein, sagte der Gastgeber, der schwedische Erzbischof Anders Wejryd, am Freitag. Schulter an Schulter könnten die Gläubigen die Rechte sowohl der Menschen als auch der Schöpfung vertreten.

Wejryd will die Grundsatzerklärung an diesem Montag bei der UN- Klimakonferenz im polnischen Posen vorstellen. Diese Konferenz gilt als wichtiger Meilenstein für ein Treffen in Kopenhagen Ende 2009, auf dem ein Nachfolgevertrag zum Klimaschutzprotokoll von Kyoto vereinbart werden soll. In dem Manifest werden die politischen Führer zum Handeln aufgefordert. "Die Situation ist kritisch. Die Gletscher und die Permafrostböden schmelzen. Verheerende Dürren und Überschwemmungen treffen die Menschen und die Umwelt - vor allem im Süden", heißt es in der Erklärung.

Kirchenglocken und buddhistische Gongs

"Jeder trägt eine Verantwortung für die Erde", sagte die Bischöfin von Grönland, Sofie Christensen. "Auch wir in Grönland müssen handeln." Liu Xiaogan, Daoist und Religionsprofessor in San Francisco, betonte, der Umweltschutz sei eng verbunden mit den Werten, die die Menschen in ihrem Leben verfolgen.

Beim Abendgottesdienst nach einem Tag voller Diskussionen und Seminare erklangen Kirchenglocken und Hymnen, buddhistische Gongs und traditionelle finnische Lieder sowie Rezitationen in Hebräisch, Sanskrit und vielen anderen Sprachen. Eröffnet wurde die zweitägige Tagung von der schwedischen Kronprinzessin Victoria. Unter den Rednern war auch der schwedische Umweltminister Andreas Carlgren. Wejryd bedauerte, dass einige Delegierte, die das Manifest unterstützten, wegen der aktuellen Vorgänge in der indischen Finanzmetropole Bombay oder in Thailands Hauptstadt Bangkok nicht an dem Treffen teilnehmen konnten. (ah/dpa)

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