Welt : Rache für eine fehlende Einladung

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Meldorf Ein Dithmarscher Bauer hat das Familiengrab seiner Nachbarn geschändet, weil er von diesen nicht zur Silberhochzeit eingeladen worden war. Nun brachte ihn seine Rache vor Gericht. Aus Ärger hatte der 60-jährige Mann aus Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr ein Schild mit der Aufschrift „Hier ruht der Teufel“ aufgestellt, steckte ein Rinderbein mit den Klauen nach oben und eine abgebrochene Forke mit drei Zacken ins Grab. Außerdem vergrub er Rasierklingen. Daran sollte sich irgendjemand bei der Bepflanzung verletzen. Das Amtsgericht Meldorf verurteilte ihn am Dienstag wegen Störung der Totenruhe und versuchter gefährlicher Körperverletzung zu sechseinhalb Monaten Haft auf Bewährung und 1000 Euro Geldbuße.

„Das ist aber ein bisschen hart“, kommentierte der Angeklagte den Richterspruch. „Die sollten doch nur fühlen, wie groß mein Groll war.“ Schließlich habe er selber zehn Jahre vorher die Nachbarn zur Einweihung einer neuen Scheune eingeladen. Bis zu deren Silberhochzeit sei das Verhältnis ausgezeichnet gewesen. Er habe sogar gemeinsam mit dem Bruder seines Nachbarn die Schulbank gedrückt.

Entsprechend habe er sich auf das Fest vorbereitet und sogar schon einen Sketch einstudiert – vergeblich, da keine Einladung kam. „Diese Freude hat er mir genommen.“ Seine Wut sei in den folgenden Monaten immer größer geworden, sagte der Bauer. „Und dann kam mir der Gedanke mit dem Friedhof: Da kannst du dem verdammten Kerl eins auswischen.“ Bis heute weiß der Verschmähte übrigens nicht, warum er nicht zur Silberhochzeit eingeladen wurde. Seit dem Fest hat er nicht wieder mit seinen Nachbarn gesprochen. dpa

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