Welt : Rainier III.dankt nicht ab

Das Fürstentum feiert bald 700jähriges Jubiläum Monaco (dpa).Von Machtwechsel ist in Monaco, dem Ministaat im Süden Frankreichs, keine Rede mehr.Kurz vor dem 700-Jahre-Jubiläum der Grimaldis, das ab 8.Januar groß gefeiert wird, hat Rainier III.eindeutig klargestellt, daß er nach 47 Jahren Herrschaft nicht an Ruhestand denkt.Kronprinz Albert muß sich weiter gedulden. "Die Abdankung gibt es nicht in Monaco, nicht in unserer Verfassungswirklichkeit", machte der 73 Jahre alte Rainier jetzt in einem Interview mit dem "Monte-Carlo Mediterranee Magazine" allen Spekulationen ein Ende."Man hört erst auf, Fürst von Monaco zu sein, wenn man feststellt, daß die physischen und geistigen Fähigkeiten schwinden." Es sei nicht anders gewesen, ehe er am 9.Mai 1949 die Nachfolge seines Großvaters Louis II.antrat.Damals habe er vieles vorbereiten dürfen, aber "selbstverständlich" habe der Großvater entschieden.Und zu seinem 38jährigen Sohn betonte er: "Wir arbeiten absolut gemeinsam." Albert befasse sich mit den Fragen, die ihn interessierten: "Und ich glaube, daß er das sehr gut macht." "Man ist nie völlig bereit; es gibt vieles, das zu lernen ist." Auch dieses Wort des Fürsten galt wohl seinem Sohn.Der ist erst einmal wieder als Aktiver in den internationalen Bobsport zurückgekehrt, von dem er sich noch im Februar in Calgary offiziell verabschiedet hatte.Zuhause bleibt es für Albert bei Aufgaben wie dem Präsidentenamt im Olympischen Komitee Monacos, dem Vorsitz im Yachtclub und beim Roten Kreuz.Der junge "Monseigneur" zeichnet zudem für die Feiern verantwortlich, mit denen die 700 Jahre Herrschaft seiner Familie begangen wird. Doch letztlich steht der "Junior" für die Zukunft des Reiches mit seinen 30.000 Einwohnern aus 122 Ländern, unter denen die Monegassen eine Minderheit sind.Da aber gibt es noch ein anderes Problem."Er muß heiraten und Kinder bekommen", erklärte einer seiner engen Mitarbeiter schlicht."Wenn er heiratet, wären wir alle glücklich." Schon im normalen Leben sei es jedoch schwer, die geeignete Ehefrau zu finden - wie schwierig sei es dann erst für einen Kronprinzen, der im Rampenlicht stehe. Familiengeschichten sind eigentlich in Monaco tabu.Diskretion ist hier Ehrensache."Wir sind eine große Familie", wird der Außenstehende beschieden.Zu neugierigen Fragen heißt es pauschal: "Wir haben Freud und Leid gemeinsam durchgemacht." Ansonsten aber blickt Rainier, als "Baumeister" gerühmt, weil in seiner Zeit fast 40 Hektar dem Meer abgerungen wurden und so das Staatsgebiet auf 195 Hektar anwuchs, lieber auf die Zukunftsprojekte: den Bau der unterirdischen Bahnstrecke, für die die Tunnel schon gegraben sind, so daß die Gleise nicht mehr das kleine Reich zusätzlich teilen; die Pläne für eine neue Hafenmauer weit hinaus ins Meer, an der einmal Kreuzfahrtschiffe anlegen können; oder die Studien für einen weiteren neuen Stadtteil, der diesmal auf Pfosten oder Pontons ins Mittelmeer gebaut werden muß.Nur wegen solcher Investitionen schreibt Monaco jetzt und mindestens drei weitere Jahre rote Zahlen im Budget.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben