Rassismus : US-Polizist zwingt Schwarze nach Festnahme zum Rappen

Ein Polizist im US-Bundesstaat Arizona hat zwei schwarze Jugendliche nach ihrer Festnahme zum Rappen gezwungen und damit Proteste von Bürgerrechtlern ausgelöst.

Washington - Der weiße Beamte, der zugleich Koproduzent einer Reality-TV-Serie über die Arbeit der Polizei ist, hatte die beiden Afroamerikaner in der Stadt Tempe festgenommen, weil sie Müll weggeworfen hatten. Anstatt eine Strafgebühr zu kassieren, forderte er sie auf, vor laufender Kamera über ihre Tat zu rappen. Das Video wurde bereits im August aufgenommen und bis vergangene Woche mehrfach in einem lokalen Privatfernsehsender gezeigt. Bürgerrechtsorganisationen und Vertreter der Schwarzen in den USA reagierten empört. Schließlich entschuldigte sich der Bürgermeister von Tempe, Hugh Hallman, für den "völlig inakzeptablen" Vorfall.

In dem Video sagt der Polizist zu den Jugendlichen: "Wisst Ihr, was es kostet, Müll auf den Boden zu werfen? 500 Dollar. - Keine Strafe, wenn Ihr zwei einen kleinen Rap vortragt über ... worüber könnt Ihr rappen? Über Müll!" Daraufhin rappen die Schwarzen: "Jo, sie haben mich festgenommen, weil ich Papier weggeworfen habe...". Der Polizist sagt zum Schluss: "Wisst Ihr, warum ich immer Recht habe? Ich habe ein Abzeichen und eine Waffe. So läuft das, oder?"

Der Verein für die Bürgerrechte der Schwarzen (NAACP) nannte das Verhalten des Polizisten "unangebracht und erniedrigend". "Ich bezweifle, dass der Polizist bei zwei weißen Studenten so vorgegangen wäre", sagte NAACP-Sprecher Oscar Tillman. Die Sendung wurde inzwischen abgesetzt; bei der Polizei in Tempe laufen interne Ermittlungen. (tso/AFp)

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