Raststätten-Test : Bessere Hygiene auf Europas Rasthöfen

Der ADAC hat Raststätten in Europa getestet – die Hälfte der Anlagen wurde mit „gut“ bewertet.

Saara Wendisch
Deutscher Testsieger. Das Rasthaus Irschenberg an der A8.
Deutscher Testsieger. Das Rasthaus Irschenberg an der A8.Foto: dpa

Europas Raststätten sind sauberer geworden. Zu diesem Ergebnis kommt der ADAC, der seit 1999 Autobahn-Rastanlagen in ganz Europa testet. Früher fanden die Tester noch häufig „Streptokokken“ oder „Kolibakterien“ auf Toiletten und Türklinken, sagt Testleiterin Simone Saalmann. In den letzten Jahren habe sich aber in puncto Hygiene in allen Ländern sehr viel getan. „Keime auf Toiletten sind heute eine absolute Ausnahme geworden“, erläutert Saalmann. Sauber hieße aber noch lange nicht, dass es nur sauber aussieht. „Manchmal wird zwar viel geputzt, doch die Bakterien werden nur mit einem schmutzigen Schwamm verteilt“, erklärt die Testerin. Um die Hygiene beurteilen zu können, nehme der ADAC verschiedene Proben; von WC-Sitzen, Wickelkommoden und Türklinken. Gut schnitten moderne Toilettenanlagen ab, die sich selbst reinigen.

Doch nicht nur Sauberkeit war ein Kriterium des Rastanlagentests 2012, bei dem der Autoclub 65 Betriebe entlang wichtiger Reiserouten in 13 Ländern unter die Lupe genommen hat. Genauso wichtig waren dem ADAC die Gastronomie und Familienfreundlichkeit, ebenso die Sicherheit, Barrierefreiheit und nicht zuletzt die Preise.

Von den insgesamt 65 Rastanlagen bekam keine im Gesamtergebnis ein „sehr gut“. 33 Raststätten wurden mit „gut“ bewertet, 27-mal gab es „ausreichend“. Fünf Betriebe fielen in dem am Donnerstag veröffentlichten Test mit „mangelhaft“ durch. Verlierer war die Raststätte Ruma in Serbien an der A1 vor Belgrad. Wer als Autofahrer eine Pause machen möchte, ist am besten in Österreich und der Schweiz aufgehoben. Hier seien, wie auch in den meisten deutschen Raststätten, besonders Urlauber mit Kindern gut aufgehoben. Allerdings ist das Essen der Restaurants zwar schmackhaft, dafür aber auch deutlich teurer.

In Spanien und Italien war es mit der Familienfreundlichkeit meist nicht weit her. So gut wie nie gab es Spielplätze und Spielecken, auch Hochstühle für den Nachwuchs waren in den Gasthäusern eine Seltenheit. In Spanien waren zusätzlich die Toiletten in einem schlechten Zustand; Wasserhähne oder Klobrillen waren teilweise beschädigt. In Tschechien fehlten die Wickelmöglichkeiten.

Mehrfach wurde nicht an die Rollstuhlfahrer gedacht. Etwa in den Niederlanden gab es Bezahlschranken vor den Toiletten, die erst vom Personal abgebaut werden müssen, bevor das Behinderten-WC erreicht werden kann.

Die Niederlanden schneiden dafür, ebenso wie Frankreich, besser ab, was die Verkehrssicherheit der Fußgänger angeht. In Deutschland sei es hingegen teilweise „nicht ungefährlich“ vom Restaurant über den Parkplatz zum Auto zu gelangen. Hier fehlten gesondert gekennzeichnete Wege und Zonen für die Fußgänger. Insgesamt wurden sechs deutsche Raststätten und sechs Autohöfe getestet. Bei den Testergebnissen gab es weder nennenswerte Unterschiede zwischen West und Ost noch zwischen Nord- und Süddeutschland. Deutscher Sieger ist allerdings eine bayerische Raststätte: Irschenberg Süd an der A 8 zwischen München und Salzburg beeindruckte den ADAC durch seinen Service. „Da zeigte sich die Qualität der Betriebsleistung und auch des Personals“, wie Testleiterin Saalmann mitteilte.

Auch wenn die Sanitäranlagen in Deutschland hinsichtlich der Hygiene überzeugten – der Autoclub kritisierte erneut, dass die Benutzung der Toiletten an Rasthöfen, anders als an Autohöfen ,auch nach einem Einkauf oder Restaurantbesuch noch 20 Cent kostet. Dass es anders gehe, bewiesen Anlagen in Österreich und Kroatien. Dort gebe es prima Hygienewerte bei Gratisnutzung.

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