Raumfahrt : Big-Bang auf dem Mond

Auf der Suche nach Wasser- und Eisvorkommen auf dem Mond will die US-Raumfahrtbehörde Nasa einen Krater am Südpol des Erdtrabanten zwei Mal hintereinander beschießen.

Washington - Die beiden Einschlagskörper werden gemeinsam mit der neuen Mond-Erkundungssonde «Lunar Reconnaissance Orbiter» im Oktober 2008 starten. Das teilte die Nasa am Montag (Ortszeit) in Washington mit.

Die US-Raumfahrtbehörde erwartet von dem neuen Experiment Aufschluss, ob es in den vom Sonnenlicht unberührten Kratern am Südpol des Mondes eine Eisschicht wie bei Gletschern oder Eisklumpen gibt. «Sollten wir substanzielle Mengen an Wassereis dort finden, könnte dies später von Astronauten für die Herstellung von Raketentreibstoff genutzt werden», sagte Nasa-Manager Marvin Christensen.

Nach den Worten von Projektmanager Daniel Andrews wird zuerst ein rund 2000 Kilogramm schweres Projektil aus dem All auf den im ewigen Schatten liegenden Shackleton Krater abgefeuert. Anschließend soll eine Beobachtungssonde durch die aufgewirbelte Staub- und Gesteinswolke fliegen, die sich weiter als 60 Kilometer über die Mondoberfläche ausstrecken kann.

15 Minuten nach dem ersten Einschlag soll dann auch die 880 Kilogramm schwere Beobachtungssonde gezielt abstürzen. Die Nasa-Wissenschaftler rechnen damit, dass das Einschlags-Duo ein 30 Meter weites und bis zu fünf Meter tiefes Loch in die Mondoberfläche reißt. Beide Raumkörper kosten rund 73 Millionen Dollar (60 Millionen Euro).

Die Nasa hatte am 4. August 2005 erstmals einen Himmelskörper, den Kometen Tempel 1, mit einem etwa Kühlschrank großen Projektil beschossen.

Die US-Raumfahrtbehörde will in der Zeit zwischen 2015 und 2020 wieder Menschen auf den Mond schicken und dort ein Basis-Lager für Flüge zum Mars errichten lassen. Die neue unbemannte Mondsonde soll deshalb den Erdtrabanten ein Jahr lang in einer Höhe von nur 50 Kilometern umkreisen und nach geeigneten Landeplätzen suchen.

Bislang haben zwölf US-Astronauten die Mondoberfläche betreten. Der Astronaut Eugene Cernan verließ am 14. Dezember 1972 als bislang letzter Mensch den Mond. (tso/dpa)

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