Raumfahrt : "Discovery" dockt an ISS an

Die Raumfähre "Discovery" hat an der Internationalen Raumstation angedockt. Zuvor fotografierte die ISS-Besatzung die defekten Hitzekacheln der Fähre. Unklar ist, ob das Shuttle vor seiner Rückkehr im All repariert werden muss.

Washington/Moskau (28.07.2005, 14:22 Uhr) - Die US-Kommandantin Eileen Collins steuerte die «Discovery» am Mittag per Handsteuerung an die ISS heran. Damit verlief diese heikle Prozedur sehr erfolgreich, nachdem der Start der Raumfähre von Problemen begleitet war: Kurz nach dem Start war ein Stück der Schaumstoffisolierung am Treibstofftank abgeplatzt. Außerdem wurden mehrere Kacheln am Hitzeschild der Fähre beschädigt. Deshalb setzte die Nasa heute bis auf weiteres alle geplanten Space-Shuttle- Flüge aus.

Reparatur im All?

Beim Anflug auf die Raumstation fotografierten die beiden Langzeitbewohner der ISS, Sergej Krikaljow und John Phillips, die Raumfähre von allen Seiten und machten dabei auch Aufnahmen von drei beschädigten Hi - Vorerst keine weiteren Shuttle-Flügetzekacheln an der Unterseite der «Discovery». Diese Schäden, deren Ursache noch nicht geklärt ist, seien kein gravierendes Problem, hatte der stellvertretende NASA- Programmdirektor Wayne Hale gesagt. Dennoch sollte erst nach Auswertung aller Daten entschieden werden, ob die beschädigte Fähre zurück zur Erde fliegt oder im Weltall repariert werden muss.

Moskau: Rückkehr mit Sojus-Kapsel unmöglich

Der nächste unbemannte Transportflug zur Versorgung der ISS ist erst für den 8. September geplant. Der russische Raumfrachter vom Typ Progress soll dann unter anderem Lebensmittel, Trinkwasser und Treibstoff zur Station fliegen. Die nächste Langzeitbesatzung an Bord eines Sojus-Raumschiffs startet nach derzeit gültigen Plänen am 1. Oktober ins All.

Nach bisherigen Plänen der NASA soll die «Discovery» am 7. August wieder auf der Erde landen. Ursprünglich war dann geplant, dass Reiter mit der «Atlantis» am 9. September auf die ISS fliegen sollte. Nach dem heute angekündigten Aussetzen des Shuttle-Programms ist dieser Start jedoch fraglich geworden. «Das Problem muss vor dem nächsten Start behoben werden», sagte Programmdirektor Bill Parsons am Mittwoch in Houston (Texas). Er wollte sich nicht festlegen, ob in diesem Jahr überhaupt noch ein weiteres Shuttle in Florida starten wird.

Seit dem tödlichen Absturz der Raumfähre «Columbia» am 1. Februar 2003 waren alle drei verbliebenen NASA-Raumfähren überholt worden. Unter anderem der Außentank wurde neu konstruiert, von dem beim Start der «Columbia» ebenfalls ein Stück Schaumstoff abgeplatzt war. Damals prallte das Stück gegen die Raumfähre, wo es eine Hitzekachel beschädigte, was zur späteren Katastrophe führte. (tso)

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