Raumfahrt : "Herzliche Grüße" ins All

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Donnerstag in einer Live-Schaltung ins All mit dem deutschen Astronauten Thomas Reiter telefoniert.

Darmstadt - Merkel sandte vom Esa-Kontrollzentrum in Darmstadt aus Reiter sowie seinen Kollegen Pawel Winogradow und Jeffrey Williams einen «ganz herzlichen Gruß in die weite Ferne». Die Bundeskanzlerin erkundigte sich nach dem Fortgang der wissenschaftlichen Experimente, aber auch nach dem Leben an Bord der internationalen Weltraumstation ISS.

Wegen der Flugbahn der ISS war keine Video-Übertragung, sondern nur eine Telefonschaltung zur Raumstation möglich. Die Verbindung wurde über das Nasa-Kontrollzentrum in Houston (US-Bundesstaat Texas) hergestellt. Reiter teilte mit, dass er einmal pro Woche per Video mit seiner Familie sprechen könne. Der Deutsche soll bis Dezember an Bord der ISS arbeiten.

Weiter informierte Reiter, dass die ISS-Besatzung derzeit Experimente mit dem Gleichgewicht und den Atemwegen des Menschen durchführt. Am Donnerstagmorgen hätten er und seine Kollegen eine Notsituation für den Fall durchgespielt, dass es auf der ISS zu einem Druckabfall kommt.

Zum Spielen auf seiner Gitarre, die er mit auf die ISS genommen hat, kam der Esa-Astronaut nach eigenen Angaben noch nicht. Er habe sie bisher lediglich gestimmt, sagte Reiter. Er habe sich zunächst «häuslich eingerichtet».

Grüße aus der Heimat

Schlafprobleme hat Reiter nach eigenen Worten nicht. Er könne wunderbar schlafen. Auch nutze er die Gelegenheit, von Deutschland, seinem Heimatland Hessen sowie von Frankfurt am Main und Umgebung Bilder machen zu können. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) schickte Reiter im Gegenzug Grüße aus der Heimat.

Merkel und Koch waren im ESA-Kontrollzentrum von Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain begrüßt worden. Auch die aus Darmstadt stammende Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) war anwesend. Nach dem Telefonat ins All versicherte Merkel, die Bundesregierung wolle die Mittel für die Weltraumforschung nicht nur verstetigen, sondern leicht ansteigen lassen. Beim Ziel der Koalition, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu steigern, spiele die Weltraumforschung «einen wichtigen und sicheren Platz». (tso/ddp)

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