Raumfahrt : Sonde sendet spektakuläre Bilder von Eismond

In nur 50 Kilometer Entfernung ist die Raumsonde Cassini am Saturnmond Enceladus vorbeigeflogen und hat faszinierende Bilder zur Erde gesendet. Wissenschaftler hoffen nun, dem Mond einige seiner Geheimnisse entlocken zu können.

Enceladus
Faszinierende Bilder. Die Raumsonde Cassini flog nur 50 Kilometer am Saturnmond Enceladus vorbei. -Foto: Nasa/ddp

KölnDer im Durchmesser nur 500 Kilometer große Eismond Enceladus interessiert die Forscher wegen seiner geheimnisvollen, riesigen Fontänen und dem Wasser, das unter seiner Eiskruste existiert. "Ich bin begeistert! Die Daten sehen ganz fantastisch aus", sagte Ralf Jaumann vom Berliner Instituts des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Cassini hatte den Mond am Mittwoch passiert und die Daten am Donnerstag zur Erde gefunkt.

Der Vorbeiflug an dem Saturnmond dauerte nur 100 Sekunden. Dennoch gelangen Cassini Bilder von noch völlig unerforschten Bereichen der nördlichen Halbkugel des Eismondes. Sie zeigen, dass der Mond im Norden nicht so aktiv ist wie im Süden. "Im Norden gibt es vorwiegend ältere Eisflächen, auf denen wir Meteoriteneinschlagkrater finden", erläuterte Jaumann.

Gravitationskraft des Saturns als Knetmaschine

Im Süden des Mondes hingegen existieren Fontänen, die bis zu 750 Kilometer ins Weltall reichen - das ist 85 mal so hoch wie der Mount Everest. Warum das Wärmezentrum des Eismondes im Süden liegt, wissen die Forscher nicht. Ebenso unklar ist, woher der Mond seine Energie nimmt, denn er ist fast 1,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. "Wir vermuten, dass die große Gravitationskraft des Riesenplaneten Saturn den Eismond regelrecht durchknetet", sagte Jaumann.

So wie Mond und Sonne durch ihre Schwerkraft die Wassermassen der Ozeane auf der Erde mit in Bewegung setzen, bewegt der Saturn demnach durch seine gewaltige Masse das Wasser im Inneren des relativ nahen Eismondes. Durch diese Bewegung entsteht Reibung, die ein Aufheizen des Mondes zur Folge hat. Allerdings zeigen die bisherigen Modelle über das Innenleben des Eismondes, dass die so entstehende Energie nicht ausreicht, um den Mond derart aufzuheizen. (smz/dpa)

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