Raumfahrt : Technische Probleme drohen Discovery-Start zu verzögern

Kurz vor dem geplanten Start der US-Raumfähre Discovery zur ISS drohen technische Probleme den Zeitplan zu verzögern. Der Countdown läuft laut Nasa aber vorerst weiter.

Cape Canaveral - Wie die Nasa mitteilte, stellten die Ingenieure bei abschließenden Vorbereitungen am Dienstagabend (Ortszeit) einen ungewöhnlichen Spannungsanstieg in der Elektronik des Shuttles fest. Nach Angaben von Start-Koordinator LeRoy Cain könnte dies auf einen fehlerhaften Widerstand in den Mess-Sensoren zurückzuführen sein. Ungewöhnliche Resultate hätten auch Tests der Motordichtung einer der Antriebsraketen ergeben, hieß es weiter. Die Ingenieure wollten über die Probleme beraten. Der Countdown läuft laut Nasa vorerst weiter.

Die Discovery soll am Donnerstag um 21:35 Uhr Ortszeit (Freitag 03:35 Uhr MEZ) mit sieben Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS starten, das Zeitfenster für das Abheben beträgt zehn Minuten. Die Wettervorhersage für den Starttermin ist bislang gut. Sollte sich der Start wegen der technischen Probleme um einen oder zwei Tage verzögern, besteht laut Nasa eine 60-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Flug wegen schlechten Wetters weiter verschoben werden muss. Die Raumfähre muss bis zum 17. Dezember ins All abgehoben haben. Sonst gibt es erst im Januar wieder eine Startmöglichkeit.

Die Mission gilt als eine der schwierigsten in der Geschichte der Shuttle-Flüge: Die Raumfähre soll während ihrer zwölftägigen Mission eine elf Millionen Dollar (8,3 Millionen Euro) teure Eisenstruktur für den Ausbau der ISS befördern. Die Besatzung soll diese an die ISS montieren und zudem das Elektro- und das Klimasystem der Station erneuern. Geplant sind drei Weltraumspaziergänge von insgesamt rund 20 Stunden Dauer. Wenn das Shuttle am 18. Dezember wieder von der ISS ablegt, soll es den deutschen Astronauten Thomas Reiter mit zur Erde zurücknehmen, der seit Juli an Bord der Raumstation ist. (tso/AFP)

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