Raumfahrt : Weltraum-Schrott nähert sich Raumstation ISS

Ein unbekanntes Objekt, das in Richtung ISS fliege, hatte die russische Flugleitzentrale am Morgen gemeldet. Inzwischen steht fest: Es handelt sich um US-Weltraumschrott aus den 60er Jahren, der für die ISS-Besatzung voraussichtlich nicht zur Gefahr wird.

Moskau/Paris - Das Flugobjekt könne bis auf 240 Meter an die derzeit von einem Russen und einem US-Astronauten bewohnte Station herankommen, sagte Kontrollzentrums-Sprecher Wsewolod Latischew. Die Wahrscheinlichkeit einer Kollision sei aber "nahe Null".

Die Flugbahn der ISS müsse nicht geändert werden. Bei der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Paris hieß es, auch der für Samstag geplante Start der US-Raumfähre Discovery mit dem Deutschen Thomas Reiter zur ISS sei offenbar nicht in Gefahr.

Die russischen Behörden hatten zunächst vor einem unidentifizierten Flugobjekt gewarnt, das sich der ISS nähere und auch deren Besatzung in Gefahr bringen könne. "Die (US-Weltraumbehörde) Nasa hat uns informiert, dass ein Objekt in etwa 2,8 Kilometern Entfernung an der Station vorbeifliegen wird", hatte der Ballistiker Alexander Kirejew gesagt und gewarnt: "Die Lage ist ziemlich ernst."

Die Raumfahrer an Bord der ISS, der Russe Pawel Winogradow und der US-Astronaut Jeffrey Williams, hätten sich nach seinen Worten möglicherweise in die Notkapsel Sojus TMA-8 zurückziehen müssen, um mit dieser notfalls auf die Erde zurückkehren zu können. Auch der für Samstag geplante Discovery-Start stehe auf der Kippe, hatte Kirejew gesagt.

Nach Angaben Latischews handelt es sich bei dem jetzt identifizierten Weltraumschrott um eine 79 Kilogramm schwere Nutzlast, die 1963 von den USA ins All gebracht worden war. Bei der Esa hieß es, die US-Partnerorganisation Nasa habe weder vor einer möglichen Verzögerung der Discovery-Mission noch vor einer eventuellen Evakuierung der ISS gewarnt. Den Berechnungen zufolge werde der vorbeifliegende Weltraummüll die Station nicht beeinflussen. Reiter soll als erster Deutscher die ISS besuchen und dort sechs oder sieben Monate bleiben. (tso/dpa/AFP)

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