Razzia in deutsch-französischem Grenzgebiet : 42 verdächtige Drogendealer festgenommen

19.10.2012 22:44 Uhr

Zwei Jahre ermittelte die Polizei, dann schlug sie zu: Bei einer Razzia im deutsch-französischen Grenzgebiet sind 42 Personen festgenommen worden. Die Beamten fanden Heroin, Waffen, Bargeld - und Strukturen, die an die Mafia in Italien erinnern.

Bei einer großangelegten Razzia gegen einen internationalen Drogenring im deutsch-französischen Grenzgebiet sind 42 Verdächtige festgenommen worden. An dem Einsatz in Deutschland, Frankreich und der Schweiz, bei dem auch einige Kilogramm Heroin beschlagnahmt wurden, waren fast 250 Polizisten beteiligt, wie die Staatsanwaltschaft im ostfranzösischen Nancy am Freitag mitteilte. Vorausgegangen waren Ermittlungen seit Sommer 2010.

Der Großeinsatz fand bereits am Dienstag statt. In Frankreich seien 39 Verdächtige festgenommen worden, sagte Staatsanwalt Rémi Coutin der Nachrichtenagentur AFP. Weitere drei Festnahmen seien in Deutschland erfolgt

Gegen 21 mutmaßliche Drogendealer wurden in Frankreich offiziell Ermittlungsverfahren eingeleitet, 20 von ihnen kamen in Untersuchungshaft.

In Frankreich und in der Schweiz wurden bei dem Großeinsatz laut Coutin etwa ein Dutzend Kilogramm Heroin, Waffen, Fahrzeuge sowie 30.000 Euro Bargeld beschlagnahmt.

Die Verdächtigen sind den Angaben zufolge fast ausschließlich Albaner und Kosovaren, zudem seien zwei Franzosen mit albanischen Wurzeln festgenommen worden. Bei dem Drogenring handele es sich um „eine mafiöse Gruppe“, sagte der Staatsanwalt. Ein Großteil der Einnahmen sei nach Albanien gebracht worden.

Die Ermittlungen im deutsch-französisch-schweizerischen Grenzgebiet hatten bereits im Sommer 2010 begonnen. Zunächst fahndete die Grenzpolizei im südelsässischen Saint-Louis vor allem nach mutmaßlichen Schleppern, die illegale Flüchtlinge nach Frankreich brachten. Im Zuge der Ermittlungen stieß sie dann auf einen schwunghaften Handel mit Drogen, vor allem mit Heroin und Kokain.

Anfang dieses Jahres wurde nach Angaben Coutins im Rahmen von Eurojust - der EU-Agentur für Justizzusammenarbeit - eine grenzüberschreitende Ermittlergruppe geschaffen. Nach deren Erkenntnissen operierten die Dealer vor allem im Südelsass, aber auch in den benachbarten deutschen und schweizerischen Regionen.

Albanien gilt als wichtige Drehscheibe für den Drogenhandel. Die Mafia in dem Balkanland wird von der Polizei verschiedener Länder als Hauptlieferant von Marihuana in Europa eingestuft. (AFP)

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
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