Welt : Reemtsma-Prozess: Chronik der Ereignisse

Einen Monat war der Millionenerbe Jan Philipp Reemtsma im Frühjahr 1996 in der Gewalt von Entführern. Dann ließen die Kidnapper ihn gegen Zahlung von 30 Millionen Mark frei. Bisher wurden drei Täter verurteilt.

25. März 1996: Reemtsma wird vor seiner Haustür in Hamburg-Blankenese überwältigt und verschleppt. Die Entführer hinterlassen eine Lösegeldforderung.

3. April: Die Täter geben telefonisch Anweisungen zur Geldübergabe in Hamburg. Sie scheitert.

13. April: Zweiter Übergabeversuch: Der Geldbote muss den Geldsack in Luxemburg an einem Parkplatz ablegen. Die Entführer erscheinen nicht.

24. April: Der dritte Versuch der Geldübergabe gelingt: Zwei Bekannte Reemtsmas werden im Auto nach Krefeld dirigiert. Sie müssen aussteigen, die Verbrecher fahren mit dem Auto samt Geld weg.

26. April: Reemtsma wird bei Hamburg freigelassen. Erstmals erfährt die Öffentlichkeit von dem Fall.

24. Mai: Die Polizei gibt bekannt, dass das Kellerverlies Reemtsmas bei Bremen entdeckt worden ist. Als Tatverdächtige werden Peter Richter, K. und Thomas Drach gesucht.

26. Mai: K. wird in einem Hotel in Südspanien festgenommen.

29. Mai: Richter wird in Malaga gefasst.

14. Februar 1997: Das Hamburger Landgericht verurteilt K. zu zehneinhalb Jahren und Richter zu fünf Jahren Haft.

28. März 1998: Drach wird in einem Hotel in Buenos Aires festgenommen.

3. März 1999: Die argentinischen Behörden stimmen Drachs Auslieferung zu. Er bleibt aber in Argentinien inhaftiert, weil er sich noch wegen Urkundenfälschung verantworten muss.

16. März: Der letzte flüchtige Täter, der 32-jährige Pole Piotr Laskowski, stellt sich der Polizei. Er wird im September zu sechs Jahren Haft verurteilt.

29. Juli 2000: Drach wird nach Deutschland ausgeliefert.

13. Dezember: Vor dem Landgericht beginnt der Prozess.

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