Regenfälle : Fehmarn unter Wasser

Erst der Süden, jetzt der Norden: Heftige Regenfälle haben in Ostholstein zu Überschwemmungen geführt. Besonders betroffen war die Ostseeinsel Fehmarn.

Janet Binder[ddp]

Eutin Der Ferienort Staberdorf im Südosten der Insel war nach Angaben eines Polizeisprechers komplett überflutet. "Selbst am höchsten Punkt des Ortes steht das Wasser einen Meter hoch", sagte er. Auch am Festland, etwa in den Ostseeheilbädern Grömitz und Kellenhusen, wurden Keller, Campingplätze und Überlaufbecken überflutet. Im Ostseeheilbad Dahme stand eine ganze Wohnsiedlung unter Wasser.

Nach Angaben der Eutiner Polizei kamen die Hilfskräfte mit dem Abpumpen kaum nach. "Die Feuerwehr ist völlig überlastet", sagte der Polizeisprecher. Allein bis drei Uhr morgens wurden mehr als 500 Einsätze verzeichnet. Verstärkung kam aus Hamburg vom Technischen Hilfswerk und von Feuerwehren aus vom Unwetter weniger betroffenen Kreisen in Ostholstein. Insgesamt waren etwa 1200 Kräfte im Einsatz.

Nach Angaben der Unwetterzentrale fielen bis morgens um acht Uhr innerhalb von 24 Stunden in Staberhuk auf Fehmarn rund 176 Liter Regen pro Quadratmeter. Das sei mehr als das Dreifache des durchschnittlichen Wertes im August, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes Hamburg. "Das ist rekordverdächtig", fügte er hinzu. In Dahme waren es rund 85 Liter Regen pro Quadratmeter. Grund für die anhaltenden Regenfälle war eine stabile Luftmassengrenze über Ostholstein.

Fallende Pegel am Oberrhein

Am südlichen Oberrhein hingegen wurden nach Angaben des Hochwassermeldedienstes in Mainz fallende Pegel registriert. Ab Mannheim flussabwärts stiegen die Pegel zwar weiter an, allerdings seien keine kritischen Werte mehr zu erwarten. Der Scheitelpunkt der Flutwelle hatte am Mittag Speyer erreicht, mit einem Pegel von rund 7,86 Metern. Für die Schifffahrt blieb der Rhein zwischen Iffezheim und Mannheim vorerst gesperrt. Die Sperrung sollte aber voraussichtlich bis Montag schrittweise aufgehoben werden.

Weiter rheinabwärts sind den Angaben nach indes auch mit Fortschreiten der Flutwelle keine Behinderungen mehr zu erwarten. Jedoch werde der Wasserstand bei Mainz und bei Koblenz vermutlich noch die jeweilige Meldehöhe von 5,50 Metern beziehungsweise 5 Metern erreichen.

Der Pegel des Rheins bei Köln ist derweil weiter geklettert. Am Mittag lag der Wasserstand in Höhe der Altstadt bei 5,05 Meter mit weiter steigender Tendenz, wie die Hochwasserschutzzentrale mitteilte. Eine Überflutungsgefahr für bewohnte Gebiete bestand jedoch nicht. Die Hochwasserwelle vom Oberrhein werde Köln voraussichtlich am Sonntag erreichen, hieß es. Sonntagfrüh werde der Pegel dort bei voraussichtlich 6,10 Meter liegen. Auch am Rhein bei Düsseldorf, Wesel, Rees und Emmerich stieg der Pegel weiter.