Welt : Reichste Deutsche erpresst

Rom/München - Deutschlands reichste Frau ist anscheinend von ihrem Liebhaber massiv erpresst worden. Wie die römische Zeitung „La Repubblica“ unter Berufung auf Justizakten berichtete, hatte die Quandt-Erbin Susanne Klatten sich an die Polizei gewandt, nachdem der 41-jährige Schweizer Helg Sgarbi 40 Millionen Euro von ihr verlangt und gedroht hatte, er werde Filmaufnahmen ihrer Rendezvous öffentlich machen. Beim Treffen zur Geldübergabe wurde er festgenommen. Die Münchner Staatsanwaltschaft wollte sich zu der Sache am Freitag nicht äußern, bestätigte auf Tagesspiegel-Anfrage aber, dass der Mann „bei uns einsitzt“. Am Samstag bestätigte ein Sprecher Klattens, sie habe bereits im Januar Strafanzeige gestellt.

Die 46-jährige Susanne Klatten ist Großaktionärin von BMW und des Pharmaherstellers Altana; ihr Vermögen wird auf 7,8 Milliarden Euro geschätzt. Über die nach ihrem Vater Herbert Quandt benannte Stiftung fördert Klatten Wissenschaft, bürgerschaftliches Engagement und interkulturellen Austausch. Begründer des Reichtums der Familie war ihr Großvater Günther Quandt, ein früher Förderer Hitlers, der ihn 1937 zum „Wehrwirtschaftsführer“ ernannte.

Sgarbi, den „La Repubblica“ als stattlich und polyglott beschreibt – er spricht angeblich acht Sprachen – soll nach Klattens Aussage, aus der die Zeitung zitiert, kurz vor der Erpressung bereits 7,5 Millionen von ihr erhalten haben. Er behauptete, er werde von der italienischen Mafia verfolgt und müsse sich freikaufen. Auch zu drei ihrer Freundinnen habe er Beziehungen unterhalten und auch von ihnen soll er, teils unter Drohungen, mehrere Millionen Euro erhalten haben. Klatten habe er mit Aufnahmen erpresst, die ein Kumpan im Nebenraum der Hotelzimmer machte, in denen ihre Rendezvous stattfanden. Im Verhör habe Sgarbi behauptet, er habe seinen Großvater, einen NS-Zwangsarbeiter, rächen wollen. ade

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