Reinhard Weimar : "Schuld meiner Ex-Frau verjährt nie"

Monika Böttcher und deren Ex-Mann Reinhard Weimar haben auch nach der Entlassung der als Mörderin Verurteilten ein eisiges Verhältnis.

München/Frankfurt - Böttchers Ex-Ehemann Reinhard Weimar sagte der Zeitschrift "Bunte": "Ihre moralische Schuld wird nie verjähren. Sie muss mit dieser Schuld leben. Ich habe ein reines Gewissen."

Weimar fügte hinzu, er sei "fast jeden Tag auf dem Friedhof" am Grab seiner Töchter. Von der Freilassung seiner von ihm geschiedenen Frau vor gut zehn Tagen hat der 54 Jahre alte Frührentner nach eigenem Bekunden aus dem Radio erfahren - und es sei ihm egal.

Der Mordfall Weimar war einer der spektakulärsten und umstrittensten der Bundesrepublik. Insgesamt drei Mal stand die heute 48-jährige Monika Böttcher dabei wegen Mordes an ihren beiden fünf und sieben Jahre alten Töchtern Karola und Melanie vor Gericht. Zwei Mal wurde sie schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt - zuletzt im Dezember 1999 vom Frankfurter Landgericht.

Am 4. August 1986 waren die beiden Kinder aus dem osthessischen Philippstal vermisst gemeldet worden. Drei Tage später fand die Polizei die Leichen. Die Kinder waren erstickt worden. Schnell fiel der Verdacht auf die damals 28-jährige Mutter, die ein Verhältnis mit einem amerikanischen Soldaten hatte. Um für diese Beziehung frei zu sein, soll sie ihre beiden Töchter getötet haben. Monika Weimar hingegen gab ihrem Mann Reinhard die Schuld. Obwohl der Ehemann bereits nach kurzer Zeit wieder in Freiheit war und sie in Untersuchungshaft kam, bewegte die Frage, wer von beiden die Kinder getötet hatte, noch über Jahre hinweg Öffentlichkeit und Justiz. (tso/ddp)

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