Welt : Reise in den Tod

WIEN/MÜNCHEN .Ein deutscher Reisebus hat in Österreich vier Menschen in den Tod gerissen.Zudem wurden 47 der insgesamt 67 Mitglieder einer Reisegruppe älterer Menschen aus Oberbayern bei dem Unglück am Sonnabend abend leicht verletzt.Ein Fahrgast liegt mit schweren Verletzungen im Krankenhaus.Der doppelstöckige Reisebus aus München befand sich, wie berichtet, auf dem Rückweg vom Christkindlmarkt in Steyr nach Edlbach.

Der 38 Jahre alte Fahrer hatte gegen 18.25 Uhr in der Ortschaft Windischgarsten - rund 80 Kilometer südlich von Linz - auf der Zufahrtsstraße zum Hotel wegen starken Schneefalls angehalten, um Schneeketten aufzuziehen.Der Bus sei dann auf dem abschüssigen Weg 30 Meter rückwärts gerutscht.Der Fahrer habe noch versucht, das schwere Fahrzeug mit Lenkbewegungen auf der Fahrbahn zu halten, aber der Bus stürzte eine etwa sieben Meter tiefe Böschung herab und blieb auf dem Dach liegen.Die Rettungsmannschaften brauchten mit schwerem Gerät etwa eine Stunde, um alle Passagiere zu bergen.Zahlreiche Opfer waren in den Trümmern eingeklemmt.

Die meisten der Leichtverletzten konnten noch am Sonntag die Heimreise antreten.Der Fahrer wurde von der Polizei stundenlang verhört.Gegen ihn wird ermittelt, ob er nicht zu spät Schneeketten aufziehen wollte.Nach Angaben der Polizei in Windischgarsten hatte er zunächst das auf Kettenpflicht hinweisende Schild am Straßenrand nicht beachtet und die Schneeketten erst anlegen wollen, als er nicht mehr weiterfahren konnte.

Ein Hoteldirektor sagte inzwischen, an der Unfallstelle seien schon früher Busse ins Rutschen gekommen, weil die Gemeinde die Unglücksstraße nicht genügend gesichert habe.Die örtliche Feuerwehr habe bereits seit langem eine Leitplanke gefordert.Der Bürgermeister von Edlbach wies die Vorwürfe zurück.Die Gemeinde habe den abschüssigen Teil der Straße angehoben und sie an der Unfallstelle deutlich verbreitert.Es sei zudem zweifelhaft, ob eine Leitschiene das Abrutschen des Busses hätte verhindern können.

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