Reise :   RECHT & REISE 

Kokosnüsse Stört es einen Urlauber in der Südsee, dass vor seinem Hotelzimmer „alle paar Minuten eine Kokosnuss zu Boden kracht“, könnte ein Reisemangel vorliegen. Doch das Gericht musste diese Frage letztlich nicht klären, weil der Reisende seinen Ärger nur beim Hotelier abgeladen hatte, statt auch bei der Reiseleitung vorstellig zu werden. Die hätte vielleicht den Umzug in ein anderes Zimmer veranlassen können. Aus seiner Mängelrüge mit der Forderung nach einer Reisepreisminderung wurde damit nichts. (Oberlandesgericht Koblenz, Aktenzeichen: 5 U 766/09)

Verspätung Muss ein Flugzeug vor dem Start repariert werden und hebt es erst mit mehr als siebenstündiger Verspätung ab, muss die Airline die Passagiere entschädigen. Das Gericht entschied, dass ein Flug als annulliert anzusehen sei, wenn sich „nach dem äußeren Erscheinungsbild und infolge einer erheblichen Zeitspanne zwischen geplantem Abflug und tatsächlichem Start eine Identität zwischen Planung und Durchführung des Fluges nicht mehr hinreichend feststellen“ lasse. (Kammergericht Berlin, Aktenzeichen: 20 U 186/08)

Hotelstrand Ist in der Hotelbeschreibung eines Veranstalters lediglich die „Entfernung zum Strand“ angegeben, dürfen Urlauber nicht davon ausgehen, es handele sich um einen Privatstrand. Davon könnte bestenfalls die Rede sein, wenn der Strand im Prospekt „werbend hervorgehoben“ worden wäre, urteilte das Gericht. (Landgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen: 2/24 S 258/07) büs

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