Reise : 50 000 Prospekte im Berliner Tourismus-Archiv

Von Reiseberichten aus dem 17. Jahrhundert bis zu Werbebroschüren aus der Stalinzeit: Zehntausende solcher Dokumente der Tourismusgeschichte zeigt das Historische Archiv zum Tourismus (HAT) in der Nähe vom Bahnhof Zoo in Berlin. Zu sehen sind mehr als 10 000 Bücher, 50 000 Prospekte und tausende Plakate aus fünf Jahrhunderten. „Unser Archiv ist weltweit einzigartig“, sagt der Leiter und Tourismusforscher Hasso Spode.

Die ältesten Bücher liegen in einer Glasvitrine, darunter ein Reisebericht aus Syrien mit dem Titel „Die ergötzlichen und merkwürdigen Seiten des Morgenlandes“ von 1681 oder eine Beschreibung Chinas von 1676. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf dem 20. Jahrhundert, als der Tourismus zum Massenphänomen wurde. Ein Baedeker-Autoführer von 1942 über das vom Deutschen Reich besetzte polnische Gebiet zeigt, wie die polnische Bevölkerung systematisch diskriminiert wurde, etwa in Restaurants.

In den Regalen liegen Broschüren aus der Sowjetunion unter Stalin, nationalsozialistische Prospekte mit Werbung für „Kraft durch Freude“-Ferienlager und West-Berlin-Werbung. Zur Sammlung gehören auch private Fotoalben, Tonbänder, Videos, Akten und Karten. Die Räume stehen vor allem Wissenschaftlern und Experten aus der Tourismusbranche offen. Internet: hist-soz.de/hat/archiv.html dpa

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