Reise : Alles zur Sicherheit

Welche Policen rund ums Reisen vernünftig sind.

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Haustürgeschäfte? Diese Mühe machen sich Versicherungsunternehmen kaum mehr. Sie kommen quasi online ins Haus. Kaum eine Flugbuchung oder Hotelreservierung im Internet ohne vorbereitetes Kästchen, in dem man nur noch sein Häkchen setzen soll – für angeblich „umfassenden Reiseschutz“. Doch: Reiseversicherungen sollte niemand im Vorbeigehen abschließen.

Tanja Niedermeier kann ein Lied davon singen. Mit kompliziertem Beckenbruch wurde sie von Bord eines Kreuzfahrtschiffes in Boston, USA, ins Krankenhaus eingeliefert. Glück im Unglück, dachte sie noch und vertraute auf ihre Auslandskrankenversicherung. Um schon wenig später zu erfahren, dass die nur für europäische Länder gilt und daher weder die Kosten für Behandlungen in den USA noch für den Heimtransport übernehmen würde. Die dreifache Mutter musste dafür schließlich ihre Ersparnisse anbrechen. Um solche und andere Urlaubsalbträume zu verhindern, sollte vor Reiseantritt genau geprüft werden, wie die ganze Familie sinnvoll und umfassend versichert werden kann – etwa mit der folgenden Checkliste:

Auslandskrankenversicherung

Die braucht jeder, der sich und seine Familie gesetzlich krankenversichert hat. Denn AOK, DAK und Co. zahlen zwar im europäischen Wirtschaftsraum auch, allerdings ist selten abzusehen, welche Kosten nicht übernommen werden, selbst wenn man eine „Europäische Krankenversichertenkarte“ bei seiner Versicherung beantragt hat und mitführt. Doch auch Privatversicherte sollten nachfragen, in welchem Umfang ihr Versicherer Behandlungen im Ausland tatsächlich zahlt. Standardpakete bieten oft nur für die Dauer bis 56 Tage Schutz. Schließlich sollten die wichtigsten Leistungen inbegriffen sein – also nicht nur die Behandlung im Ausland, sondern auch der Rücktransport in den Heimatort.

In Zeiten einer bewegten Welt wird auch die bislang eher nachrangige Klausel „Kriege und innere Unruhen“ immer wichtiger. Bei vielen Versicherern steht nämlich im Kleingedruckten, dass sie nicht für Schäden infolge von Unruhen zahlen, wenn „das Kriegsgeschehen für den Reisenden vorhersehbar“ war. Für Stiftung Warentest ein Hintertürchen: Versicherer können somit leicht argumentieren, der Reisende habe sich zu wenig mit der Lage im Land auseinandergesetzt. Also, bei Vertragsabschluss gezielt nachfragen.

Auslandsschadenschutzpolice

Wichtig für Familien, die mit eigenem Wagen über die Grenzen hinaus fahren. Zwar zahlt die Versicherung eines möglichen Unfallgegners bei dessen Verschulden den Schaden, allerdings oft nicht in der Höhe, wie man es von einem deutschen Versicherer erwarten dürfte. Damit man nicht auf Restkosten sitzen bleibt, lohnt die zusätzliche Schadenpolice.

Reiserücktrittversicherung

Für den Fall, dass die Familie erst gar nicht in Urlaub starten kann, etwa weil Unfälle, Krankheiten oder Tod dies verhindern. Wer eine solche Versicherung hat, bekommt einen Teil des Reisepreises zurück. Wie viel es ist, richtet sich danach, wie kurz vor Reiseantritt die Reise abgesagt wird. Reiserücktrittversicherungen kosten meist weniger als 100 Euro – lohnende Ausgabe für Frühbucher und Pauschaltouristen. Wer schnell entschlossen nur Kurztrips unternimmt, braucht sie nicht.

Reiseabbruchversicherung

Nicht ganz so bekannt wie die Reiserücktrittversicherung, aber sinnvoll, schon wegen eines Grundsatzurteils des Bundesgerichtshofes. Zwei ältere Damen mussten ihre Auslandsreise bereits nach dem Zubringerflug von Düsseldorf nach München abbrechen und wollten Geld von der Reiserücktrittversicherung. Doch die verwies darauf, dass die Reise ja schon begonnen hatte und zahlte nicht. Eine Reiseabbruchversicherung kostet bei einem Reisepreis von 150 Euro pro Person rund vier Euro, bei einem Reisepreis von 3000 Euro sind etwa 37 Euro fällig.

Reisegepäckversicherung

Kurz gesagt: in der Regel überflüssig.

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