Weltall-Tourismus : Ein Bett im Universum

Russland will ein Weltraumhotel für zahlungskräftige Touristen bauen. In fünf Jahren soll die Unterkunft eröffnen.

Nah an den Sternen. Es gibt diverse Modelle für Weltraumhotels. Das Astrium wurde bereits auf der Expo 2000 vorgestellt. Foto: ddp
Nah an den Sternen. Es gibt diverse Modelle für Weltraumhotels. Das Astrium wurde bereits auf der Expo 2000 vorgestellt. Foto: ddpFoto: ddp

Russland will ein Weltraum-Hotel für Touristen bauen. Die komfortable Unterkunft solle in gut fünf Jahren im All eröffnen, teilte jetzt das Unternehmen Orbital Technologies mit, welches das Projekt initiiert hat. Ähnliche Pläne schmiedet auch der britische Milliardär und Abenteurer Richard Branson.

„Das erste Modul des Weltraumhotels könnte 2012 oder 2013 fertig sein und dann Ende 2015 oder Anfang 2016 ins All gebracht werden“, sagte Unternehmenschef Sergej Kostenko der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Das Hotel-Modul solle 20 Kubikmeter groß sein, vier Kabinen haben und bis zu sieben Menschen zeitgleich beherbergen können. Den Plänen zufolge sollen die zahlungskräftigen Touristen mit russischen „Sojus“-Raumschiffen ins All gebracht werden.

In Anlehnung an die Internationale Raumstation ISS werde das Hotel den Namen Kommerzielle Raumstation (CSS) erhalten, sagte Kostenko. Das Innere des Moduls werde aber nicht an die ISS erinnern. „Das Hotel soll komfortabel sein, und man kann die Erde durch große Bullaugen beobachten.“ Bisher wurden Weltraumtouristen wie der Gründer des berühmten „Cirque du Soleil“, Guy Laliberté, auf der eher spartanischen ISS untergebracht. Da die Zahl der ISS-Besatzungsmitglieder jedoch gestiegen ist, können seit einigen Monaten keine zusätzlichen Passagiere mehr aufgenommen werden.

Am Bau des Hotels ist nach Angaben Kostenkos auch der Hersteller der russischen Raumfähren, Energia, beteiligt. Finanziert wird das Projekt mithilfe russischer und US-Investoren. Auch die russische Raumfahrtbehörde interessiert sich für das Projekt. Kostenko erhofft sich von dem Weltraum-Tourismus sprudelnde Einnahmen.

Dass Reisen ins All ein einträgliches Geschäft werden können, glaubt auch Branson. Die Tochterfirma Virgin Galactic seines Virgin-Konzerns will als erstes Unternehmen rein kommerzielle Weltraumflüge anbieten. Wie der britische Milliardär vor einigen Tagen verkündete, sollen die ersten Touristen bereits im Frühjahr 2012 mit dem Raumschiff „SpaceShipTwo“ ins Weltall gebracht werden.

Die künftigen Weltraum-Touristen müssen für ihre Reise mindestens 200 000 Dollar (rund 148 000 Euro) bezahlen. Wie Kostenko plant auch Branson als nächste Etappe Luxushotels im Weltraum. AFP

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