Reise : Ausländer zahlen mehr Maut als Einheimische

Die EU-Kommission hat Leitlinien für die Automaut in Europa verabschiedet. Demnach können Autofahrer in einem anderen EU-Land zwar kräftiger zur Kasse gebeten werden als die heimischen Fahrer, die Gebühr darf aber eine „akzeptable Obergrenze“ nicht überschreiten, wie die Kommission jetzt in Brüssel erklärte. Derzeit könne sich der Tagespreis in den Ländern mit Maut für Nichtansässige zwischen dem 2,5-Fachen und dem 8,2-Fachen des Tagespreises für einen Ansässigen bewegen, stellte die Behörde fest. Darüber hinaus dürfe es bei Einführung neuer Mautsysteme nicht gehen.

Außer der Obergrenze legen die Leitlinien weitere Kriterien fest. Bei Zeitvignetten müssten mindestens wöchentliche, monatliche und Jahresvignetten angeboten werden, erklärte die Kommission. Den Vorzug gibt Brüssel allerdings Mautsystemen, welche die tatsächlich gefahrenen Kilometer abrechnen. Solche Systeme seien „grundsätzlich fairer und mit Blick auf das Aussenden von Preissignalen effizienter“, hieß es. Außerdem muss die Maut leicht zu bezahlen sein, wie die Leitlinien festlegen. Das bedeutet zum Beispiel gut zugängliche Mautstellen an der Grenze oder die Möglichkeit einer Zahlung per Telefon oder im Internet.

Aktuell erheben laut Kommission in der EU Österreich und sechs osteuropäische Länder Maut für Privat-Pkw, alle tun das mit Vignettensystemen. In Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei ist die billigste Vignette eine für zehn Tage. Dies sei „grenzwertig“, aber es widerspreche der Forderung nach einer Wochenvignette nicht eindeutig, sagte eine Sprecherin. Belgien will der Kommission zufolge demnächst eine Automaut einführen, in den Niederlanden und Dänemark sei sie im Gespräch.

(AFP)

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