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Brandenburg : Der Esel lernt schnell

30.12.2012 00:00 Uhrvon
Probier’s mal mit Gemütlichkeit. Sarah Fuchs und Eselin Greta machen es bei einer Wanderung vor. Foto: Monika PaulatBild vergrößern
Probier’s mal mit Gemütlichkeit. Sarah Fuchs und Eselin Greta machen es bei einer Wanderung vor. - Foto: Monika Paulat

Langohren verstehen eindeutige Zeichen gut, wie Wanderer auf einer Tour mit Vierbeinern im Unteren Odertal erfahren.

Locker, immer locker führt der Zweibeiner den Esel an einem Seil über die Hänge im Nationalpark Unteres Odertal. Zumindest sieht die Theorie das so vor. In der Praxis findet Jago, der fünfjährige Hausesel, allerdings immer irgendeinen Halm, eine Staude, die er unbedingt zunächst genüsslich kauen muss. Jago schmeckt es offensichtlich. Sein Kopf bleibt jedenfalls tief unten in der jetzt spärlichen Vegetation. Kein Bein bewegt sich nennenswert vorwärts. Der Zweibeiner steht ein wenig ratlos daneben und grübelt, wie er den gescheckten Esel in die Gänge bringen könnte.

Sarah Fuchs, Chefin von „Packeseltouren“ und damit auch Oberchefin der Eselherde, hat für solche Situationen natürlich den richtigen Tipp: „Einfach leicht am Seil rucken!“ Ruck! Oho, das funktioniert tatsächlich.

Jago hebt den Kopf und dreht die Ohren neugierig zum Zweibeiner neben ihm. Mit einem „Komm, Jago, vorwärts“ klappt es dann endgültig. Zumindest, wenn der Zweibeiner bei diesen Worten selbst losgeht.

Die Kombination aus Worten und Taten fasse der Esel als Aufforderung „Komm, wir wandern ein wenig!“ auf, hatte Sarah Fuchs vorher noch erklärt, als sie den beiden Eseln Jago und Richard ihre Packsättel aufsetzte. In die Packtaschen kommen die leichten Rucksäcke der menschlichen Wanderer, dann beginnt die Tour. Aber eben nur, wenn der Zweibeiner ernsthaft losmarschiert. Wendet er sich dagegen seinem Esel zu und sagt dazu „Vorwärts, Jago“, erhält das Tier einander widersprechende Signale: Während der Mensch stehen bleibt, sagt seine Stimme „Los geht’s“. In diesem Zwiespalt entscheidet sich der Esel dann eben fürs Weiterfressen. Schnell lernt der Zweibeiner, dass nur eindeutige Signale weiterhelfen. Dann wackelt Jago mit seinen langen Ohren, offensichtlich hat er die Botschaft verstanden: „Aha, Wandertag“ – und los geht’s.

Kumpel Richard, Großesel mit familiären Wurzeln im spanischen Andalusien, Jahrgang 2001 und damit im besten Mannesalter für ein Grautier, ist schon ein ganzes Stück voraus. Das macht aber nichts, der jugendliche Jago legt einfach einen Zahn zu. Sarah Fuchs erklärt unterdessen die weiteren Verkehrsregeln für Packesel. Solange der Zweibeiner gleich links neben dem Kopf des Vierbeiners geht, trotten beide einträchtig nebeneinander her. Schiebt der Mensch nun seinen linken Arm nach vorn, versteht der Esel diesen Fingerzeig sofort als „Bitte Rechtsabbiegen“.

Schwenkt der Zweibeiner dagegen nach links, trottet auch das Tier in diese Richtung. Diese einfachen Verkehrsregeln werden aber nur befolgt, wenn der Mensch immer schön auf Höhe des Eselhauptes bleibt. Geht er hingegen einen oder zwei Schritte voraus, interpretiert der Vierbeiner mit den langen Ohren das prompt als Chance für eine Eselei. Vielleicht schwenkt er dann hinter dem Rücken des Wanderers nach links? Fällt der Zweibeiner jedoch einen oder zwei Schritte hinter den Kopf des Langohrs zurück, vollführt das Tier seine Eselei eben vor den Augen des Menschen. Der bleibt also am besten unmittelbar neben den langen Ohren.

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