"Call a Bike" : Radeln ohne Hetze

Der DB-Fahrradverleih "Call a Bike" krempelt sein Tarifsystem um.

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Kurz aufs Rad
Kurz aufs RadFoto: imago/Michael Schick

Wer sich bei der Deutschen Bahn ein Stadtfahrrad mietet, kann bald gemächlicher in die Pedale treten als bisher, ohne ständig die Uhr im Blick zu haben. Denn der DB-Radverleih „Call a Bike“ führt zum 15. Juli ein neues Tarifsystem ein, bei dem nicht mehr nach einzelnen Minuten, sondern nur noch halbstundenweise abgerechnet wird. In vielen Fällen können die Kunden dadurch Geld sparen. Dafür wird allerdings der besonders günstige Studententarif gestrichen, und künftig müssen auch Gelegenheitsnutzer eine kleine Jahresgrundgebühr zahlen.

Nach Informationen des Tagesspiegels kostet eine halbe Stunde demnächst pauschal einen Euro. Bislang waren es acht Cent pro Minute. Ab der 13. Minute ist der neue Tarif also günstiger. Für einzelne Städte wie Stuttgart bleibt die erste halbe Stunde pro Fahrt kostenlos. Auch anderenorts können Kunden 30 Minuten unentgeltlich radeln, wenn sie im Gegenzug eine Jahresgrundgebühr entrichten. Sie betrug bisher im Normalfall 48 Euro, künftig sind es 49 Euro. Bahncard-Inhaber zahlten für eine solche Jahrespauschale bisher 36 Euro, Studierende 24 Euro; ab Mitte Juli gilt nur noch ein einheitlicher ermäßigter Jahressatz in Höhe von 39 Euro für Bahncard-Inhaber, Studenten und Menschen ab 65 Jahren. Für Studierende bedeutet das eine Erhöhung um mehr als 62 Prozent.

Ein Nutzer kann künftig zwei Räder auf einmal mieten

Wer nur gelegentlich ein DB-Rad ausleiht, kam bisher ganz ohne Grundgebühr davon. Künftig muss jeder Call-a-Bike-Kunde mindestens drei Euro im Jahr zahlen – wenn er sich nicht gleich für die erwähnte höhere Pauschale entscheidet, die jetzt als sogenannter Komforttarif firmiert. Sie gibt es künftig auch als Monats- statt als Jahrespauschale – sinnvoll für Menschen, die nur im Sommer radeln. Mit der Drei-Euro-Gebühr im Basistarif passt sich die DB nach eigenen Worten einem „internationalen Standard“ an.

Erweitert wird die Möglichkeit, gleich zwei Räder auf einmal zu mieten, auch wenn nur einer der beiden Nutzer ein registrierter Call-a-Bike-Kunde ist. Bislang war das im Pauschaltarif nicht möglich, denn sonst hätten gleich zwei Menschen in der ersten halben Stunde kostenlos durch die Stadt touren können. Ab 15. Juli lässt sich ein solches Partnerrad auch im Komforttarif hinzubuchen, wenn man dafür 7 Euro im Monat oder 29 Euro im Jahr als Zusatzgrundgebühr entrichtet. Daneben muss für beide Räder die reine Nutzungszeit bezahlt werden, wenn sie über die kostenlose erste halbe Stunde hinausgeht.

Wie bisher werden die Zeitgebühren gedeckelt: Pro Tag sind je nach Tarif und Ermäßigung 9 bis 15 Euro fällig. Innerhalb dieser Spanne wird es künftig für einige Kunden teurer, für andere billiger.

Nach Auskunft der Bahn hat „Call a Bike“ mehr als 750 000 registrierte Kunden. Für sie stehen 8500 Leihräder in etwa 50 Städten bereit, vor allem an ICE-Bahnhöfen.

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