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Reise : Da führt noch eine Stiege unters Dach

04.09.2011 02:00 Uhr

Am kommenden Sonntag ist „Tag des offenen Denkmals“. Auch in Brandenburg darf man hinter verschlossene Türen blicken. Eine Auswahl für Neugierige

„Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert“ heißt das Motto des Tags des offenen Denkmals in diesem Jahr. Damit widmet sich der Denkmaltag einer der stilistisch vielseitigsten und an technischen Neuerungen reichsten Epochen der Bau- und Kunstgeschichte.

Politisch wie gesellschaftlich war das 19. Jahrhundert von Umbrüchen geprägt: Durch die napoleonischen Kriege und den Rheinbund wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation handlungsunfähig und erlosch. Napoleons Einfall, die Neuordnung Europas im Wiener Kongress1815 und die Reichsgründung 1871 brachten weit reichende strukturelle Veränderungen mit sich.

Die Industrialisierung und die damit verbundene Landflucht verursachten tiefgreifende Veränderungen in der Baukultur der Städte.

Gerade in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebten die Städte einen massiven Umbau, der auf neuen architektonischen Konzepten basierte: Neue Arbeiterquartiere entstanden und mit ihnen Schulen, Krankenhäuser, Kirchen und Volksparks, die noch heute das Bild vieler Städte prägen.

In ganz Deutschland sind mehr als 7500 Bau- und Bodendenkmale am 11. September zu besichtigen. Auch im Umland gibt’s einiges zu entdecken. Eine Auswahl:

Beelitz Heizkraftwerk der Heilstätten, Straße nach Fichtenwalde, 14547 Beelitz, Lungenheilstätte 1898-1902 von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichtet, als medizinische und soziale Musteranlage konzipiert. Die heute noch über 60 denkmalgeschützten Gebäude überstanden zwei Weltkriege, verfielen allerdings zunehmend in den Jahrzehnten danach. Das Heizkraftwerk war bis vor wenigen Jahren noch in Betrieb. Es war das erste Fernheizkraftwerk Deutschlands, von den damaligen Investoren zu einem der wirtschaftlichsten Kraftwerke Deutschlands ausgebaut und zur vollständigen Eigenversorgung der Anlage errichtet. Geöffnet ab 11 Uhr, Führungen 11.30, 13, 15 und 16.30 Uhr Treffpunkt: Innenhof zwischen Heizhaus Nord und Heizhaus Süd, Ansprechpartnerin am Ort ist Dr. Elke Seidel, Förderverein Heiz-Kraft-Werk, Telefonnummer: 033204 34703 sowie Gästeführerin Irene Krause, Telefon: 033204/ 61262

Brandenburg an der Havel Ehemalige Kammgarnspinnerei (Neuendorfer Straße 75): 1879 verlegte der Fabrikant Kummerlé die Produktion von Wollstrick- und Handarbeitsgarnen von Berlin hierher; im 2. Weltkrieg erheblich zerstört, ab 1948 als VEB Altenburger Wollspinnerei weitergeführt und 1995 geschlossen. Führungen nach Bedarf zwischen 10 und 17 Uhr; Telefonische Auskunft bei Katrin Witt, 033 81 / 58 63 32, Internet: www.kammgarnspinnerei.com

Schönwalde-Glien Schlossgut (Dorfstraße 31): 1562 erstmalig erwähnt, um 1781 Errichtung eines Wirtschaftsflügels, 1935 Verkauf an die Stadt Berlin, nach 1945 Sitz der sowjetischen Kommandantur, später Unterkunft für Arbeitskräfte im Bahn- und Havelkanalbau; Beschädigung des Herrenhauses durch Nutzung als Getreidespeicher; seit 1990 Sanierungsversuche, 2006 Stallgebäude teilweise durch Brand zerstört. Geöffnet von 12 bis 17 Uhr, Führungen um 12, 13 und 15 Uhr 30 durch die neuen Besitzer Ingeborg Schwenger-Holst und Jürgen Pullem. Die denkmalgerechte Sanierung des Schlossgutes in ein Rad- und Reitzentrum sowie als Kultur-Veranstaltungsort wird durch die Pächterin/ Besitzerin seit 2007 schrittweise vorangetrieben. Telefonnummer: 030 / 84 10 87 22, E-Mail: hjpullem@hotmail.com

Rauschendorf bei Gransee, Schloss Herrenhaus (Hauptstraße 35-36): 1723 von Herrmann Graf von Wartensleben erbaut, diente diesem bis zur Fertigstellung des Meseberger Schlosses als Wohnsitz; 1870 vom damaligen Eigentümer C. F. Kluge im Stil der Neurenaissance überformt; nach einem Brand 1922 Wiedererrichtung durch Ernst von Beyme und den Architekten Ernst Paulus als zweigeschossiges Barockschloss. Stündliche Führungen zwischen 11 und 16 Uhr durch den Eigentümer Martin Sauer. Ausstellung zur Geschichte des Dorfes und des Schlosses, Kaffee und Kuchen im Gartenhaus. Auskunft bei Martin Sauer, Telefon: 033 06 / 20 27 78, im Internet zu finden unter: www.schloss-rauschendorf.de

Oberkrämer Schwante Schloss Sommerswalde (Sommerswalde 8): neuklassizistisches Landhaus aus dem 19. Jahrhundert, kleine Kopie des Reichstagsgebäudes, Gebäudeensemble mit Orangerie in Form einer Moschee mit hohen Minaretten, Forsthaus und roter Klinkerbau, der mit Mittelturm und vier kleineren Ecktürmen an das Rote Rathaus in Berlin erinnert; Anwesen mit Park- und Waldfläche; geöffnet von 12 bis 16 Uhr (sonst nur sonntags von 13 bis 17 Uhr und auf Anfrage); Führungen um 13 und 15 Uhr; zwischen 13 und 16 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen; Auskunft bei Katharina Geisler, Geschäftsführerin, Kadampa Meditationszentrum 03 30 55 / 22 05 33, Internet: www.sommerswalde.de

Neuruppin Krangen-Zermützel Scharoun-Haus (Birkenhorst 2): 1937/38 vom Architekten Hans Scharoun im Auftrag des Galeristen Ferdinand Möller erbaut; geöffnet von 11 bis 17 Uhr; Führungen um 11 und 15 Uhr; Auskunft: Sylvia Weber, Stadtverwaltung Neuruppin, 033 91 / 35 57 38

Sieversdorf-Hohenofen Kreis Ostprignitz-Ruppin, Papierfabrik (Neustädter Straße 25): historische Papiermaschine, bereits im 17. Jahrhundert Raseneisenerz, später auch Silbererz verhüttet, seit 19. Jahrhundert Papier produziert, vollständig erhaltene Produktionslinie der ehemaligen Papierfabrik, Papierherstellung vom Lumpen als Rohstoff bis zur fertigen Papierrolle zu besichtigen; geöffnet von 14 bis 17 Uhr (sonst auf Anfrage geöffnet); Führungen nach Bedarf durch Bodo Knaak, Telefon: 03 39 70 / 146 62, Internet: www.bldam-brandenburg.de

Potsdam Husarenvilla (Schiffbauergasse 3): freistehendes Klinkergebäude von 1895 am ehemaligen Kasernen- und heutigen Kulturstandort Schiffbauergasse; heute Sitz der Bundesstiftung Baukultur; zeitgemäße bauliche Qualifizierung durch energetische Sanierung und ergänzende zeitgenössische Architektur und Freiraumplanung 2011, Fortschreibung der vorgefundenen Materialität, vorbildhaft im Gesamtensemble und als Symbiose von Alt und Neu; geöffnet von 13 bis 18 Uhr; Führungen um 13, 15 und 17 Uhr; Auskunft bei der Bundesstiftung Baukultur, Telefon: 03 31 / 20 12 59 13, www.bundesstiftung-baukultur.de

Potsdam Schloss Lindstedt (Lindstedter Chaussee): 1858 bis 1860 in den Formen einer klassizistischen Villa erbaut, typisches Zeugnis der Bauleidenschaft Friedrich Wilhelms IV.; er hat seine Ideen in Skizzen immer neu durchdacht und die Architekten Persius, Hesse, Stüler und von Arnim mit entsprechenden Planungen beauftragt. Den kleinen Schlosspark schuf Peter Joseph Lenné. Die letzten Bewohner des Schlosses werden in unmittelbarer Nähe zu den Hitler-Attentätern gesehen. Geöffnet von 11 bis 16 Uhr, Führungen zwischen 11 und 15 Uhr, Auskunft bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Telefon: 03 31 / 969 41 97, www.spsg.de

Gumtow Breitenfeld (Kreis Prignitz), Gutshaus (Dorfstraße 3): zweigeschossiger Fachwerkbau, ehemaliges Vorwerk des Klosters Heiligengrabe; Wohnhaus von 1837, Wirtschaftsgebäude nach Brand 1900 neu errichtet; geöffnet zwischen 14 und 18 Uhr; Führungen durch Familie Holzrichter, Architekten und Bauherren; Informationen und Ausstellung zur Baugeschichte und Sanierung, Kaffee und Kuchen; Auskunft: Michael Holzrichter, Telefon: 03 39 84 / 508 67, im Internet unter: www.gut-breitenfeld.de

Stülpe Kreis Teltow-Fläming, Schloss (Schönfelder Chaussee 17): Gutsanlage und Park; befestigte Anlage an der Stelle des heutigen Schlosses; 1342 erstmalig erwähnt, 1754 Bau des heutigen Schlosses durch Adam Ernst von Rochow fertiggestellt; um 1900 Terrasse und aufwendige Freitreppe an der Gartenseite errichtet, im 19. Jahrhundert Park angelegt; geöffnet von 11 bis 20 Uhr; Kaffee und Kuchen im Garten; Auskunft bei Barbara und Wolfgang Rupilius, E-Mail: rupilius@aol.com

Rangsdorf Flugplatz Rangsdorf und Bückerwerkhallen (Walther-Rathenau- Straße): Im Frühjahr 1935 wurde im Reichsluftfahrtministerium der Bau eines Land- und Wasserflughafens in Rangsdorf entschieden. Im Herbst des Jahres zog die am 3. Oktober 1933 gegründete Bücker-Flugzeugbau GmbH bereits von Berlin-Johannisthal in das neugebaute Werk nach Rangsdorf um; Führungen zwischen 10 und 15 Uhr, Treffpunkt: Tor am Ende der Walter-Rathenau-Straße; Auskunft: Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V., im Internet unter: www.buecker-museum.de

Kraatz Nordwestuckermark, Gutsanlage (Schlossstraße 5): mit Scheunen, Ställen, Speicher, Gutshaus und Kirche zwischen 1850 und 1870 aus Feldsteinen und Handstrichziegeln errichtet; 1930 im Zusammenhang zu einem Bauernhaus umgebaut. Der Getreidespeicher mit Wagenremise wird derzeit zu einem Wohngebäude mit Ferienwohnung umgebaut. Führungen um 11Uhr, 14 Uhr 20 und 16 Uhr durch Florian Profitlich, um 14 Uhr 30 Ortsführung mit Kirchenbesichtigung; Auskunft bei Annette Nowatzky, Internet: www.gutsspeicher.de Tsp

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