Der Weg auf die Seychellen : Schwelgen in Türkis

Seychellen – Wie man sie im Segler entdecken kann.

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Schmucker Oldtimer. Die „Sea Pearl“ wurde im Jahr 1915 gebaut. Foto: Kaiser
Schmucker Oldtimer. Die „Sea Pearl“ wurde im Jahr 1915 gebaut. Foto: Kaiser

Ankern in der Curieuse Bucht: Sanft wiegt sich das Segelschiff im Wasser, hin und wieder klatscht eine vorwitzige Welle an die Bordwand. Die Reisenden haben es sich am Bug auf soliden Holzplanken gemütlich gemacht – das Abendprogramm kann beginnen. Alle schauen zu, wie der glutrote Sonnenball ins Wasser plumpst. Dann ruft der Koch zum Dinner in den Salon – köstliche Meeresfrüchte werden aufgetragen. Die meisten mögen Weißwein dazu, doch die Bordbar führt auch leichtes lokales Bier.

Die Passagiere – 15 Personen sind auf dieser Reise dabei, 18 können maximal mit – kommen aus Holland, Frankreich, Deutschland und den USA. Kaum hatte die Segelkreuzfahrt in Praslin begonnen, sind sie zu einer gemütlichen Gemeinschaft zusammengewachsen. Man spricht über Gott und Welt und philosophiert bald über die wahren Werte im Leben. Muße dazu hat man an Bord.

Das Schiff hat eine erstaunliche Geschichte. 1920 wurde es gebaut und zunächst als Lotsenboot benutzt. Im Zweiten Weltkrieg versenkte es der Eigentümer, um einen Kriegseinsatz zu verhindern. Nach 1945 wurde es gehoben, als Fischerboot reaktiviert – und fand, mehrmals behutsam renoviert, schließlich den Weg auf die Seychellen. Seit 1997 gehört es zum Unternehmen Silhouette Cruises, das noch das Schwesterschiff „Sea Pearl“ (Baujahr 1915) und zwei moderne Segler im Indischen Ozean fahren lässt.

Sicher ist es eine der schönsten Arten, die Seychellen kennenzulernen. 115 Eilande gehören dazu. Die Segelschiffe kreuzen vor allem zwischen den sogenannten Inner Islands, zu denen auch die Hauptinsel Mahé gehört. Man kann auch nur drei Tage an Bord buchen, aber viele Reisende entscheiden sich doch für eine Woche. Einer der „Sea Shell“-Passagiere“, ein Manager aus Stuttgart, begründete es so: „Eine bessere Möglichkeit zur Entschleunigung gibt es doch gar nicht.“ Konkret bedeutet es: sieben Tage lang übers türkisfarbene Wasser gleiten, schwimmen, schnorcheln – und auf Inselchen landen, auf denen es weder Hotels noch Restaurants gibt. Kein Mensch etwa wohnt auf Curieuse. Nur tagsüber ist ein Ranger da, um sicherzustellen, dass es den Riesenschildkröten an nichts fehlt. Behutsam darf man ihre dicken Panzer streicheln.

Die „Sea Shell“ segelt auch nach La Digue, zu Cousin oder macht fest vor Anse Lazio, dem schönsten Strand auf Praslin. Bequemer kann Inselhopping nicht sein. Der Kapitän kennt die besten Tauchplätze – ein Tauchlehrer ist immer mit an Bord – und die romantischsten Buchten. Sogar heiraten kann man auf dem Schiff – und es zur Feier für Verwandte und Freunde mieten. Neun Kabinen stehen zur Verfügung. Eine Woche Segelkreuzfahrt mit Vollpension in der Zeit zwischen Mai und Oktober kostet zwischen 1350 und 1500 Euro.

www.seychelles-cruises.com

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