Deutschland : Hier die Wale, dort die Wildkatzen

Vom Wattenmeer bis zu den Alpen: 16 Nationalparks gibt es in Deutschland – und sie bieten einmalige Schätze der Natur.

Nikolas Golsch
Fernsicht. Die Sandsteinfelsen im Nationalpark Sächsische Schweiz locken nicht nur Kletterer.
Fernsicht. Die Sandsteinfelsen im Nationalpark Sächsische Schweiz locken nicht nur Kletterer.Foto: Tourismusverband Sächsische Schweiz/F. Exß

Mehr als eine Million Hektar sind in Deutschland als Nationalparks ausgewiesen. „In nahezu allen klimatischen Regionen des Landes gibt es mindestens einen Nationalpark“, sagt Frank August Emde vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn. In den Parks herrschen ganz unterschiedliche Bedingungen. Sie reichen von der Landschaft der Mittelgebirge und der Alpen über dichte Waldgebiete bis hin zum Wattenmeer an der deutschen Nordseeküste. Besucher können die Parks mit dem Kanu, dem Rad oder zu Fuß erkunden. Oft bieten hauptberufliche und ehrenamtliche Ranger Führungen. Diese sieben geschützten Naturräume sind eine Reise wert:

Wattenmeer

Auf dem Meeresgrund spazierengehen, das funktioniert in den drei deutschen Wattenmeer-Nationalparks. Weltnaturerbe ist das deutsche Wattenmeer, Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben ihre Wattenmeeranteile schon Ende der achtziger Jahre als Nationalparks ausgewiesen. Hamburg folgte 1990. In jedem der Nationalparks gibt es ein Infozentrum, das Touristen ein vielfältiges Programm anbietet – nicht nur im Sommer. Im Winter ist das Wattenmeer Lebensraum vieler Vögel, die dort überwintern. Geführte Expeditionen für Besucher.

Das Spektrum der drei Nationalparks umfasst mehr als nur Wattwürmer und Seesterne. Seehunde und Kegelrobben suchen auf den Sandbänken der Nordsee Schutz, Seeadler brüten an der Küste, und mit etwas Glück können Besucher vom Boot aus sogar Schweinswale im Wasser sichten. Zu den drei Nationalparks gehören auch die niedersächsischen Inseln.

Küste

Eine intakte Küstenlandschaft erwartet Urlauber des Nationalparks Jasmund auf Rügen. Die Kraft des Wassers wird hier so deutlich wie sonst nur an wenigen Stellen in Deutschland. Immer wieder brechen Teile der Kreidefelsen an der Küste ab – so verändert sich das Gesicht der weißen Steilküste mit den darauf wachsenden Buchenwäldern stetig. Bei Sassnitz gibt es ein Informationszentrum, das die Geschichte der Halbinsel Rügen nachzeichnet und die Besucher mitnimmt auf eine Reise durch die Eiszeit.

Keine zwei Fahrstunden entfernt liegt der zweite Nationalpark an der vorpommerschen Küste: die Vorpommersche Boddenlandschaft, die seit 1990 unter Schutz steht. Etwa 83 Prozent der Nationalparkfläche liegen im Meer und in den davon abgetrennten Boddengewässern. Sehenswert sind die Salzwiesen, Dünen und Röhricht-Bestände.

Flussgebiete

Das Untere Odertal in Brandenburg ist seit 1995 als etwa 10 300 Hektar großer Nationalpark ausgewiesen und als grenzüberschreitendes Naturschutzprojekt mit Polen angelegt worden. 120 Kilometer Deichwege durchziehen den Park und ermöglichen Besuchern ausgedehnte Radtouren. Auf den Flüssen werden Kanutouren angeboten, mit etwas Glück können Besucher Biber und Elche beobachten. Wer Seen lieber als Flüsse mag, besucht den Müritz-Nationalpark im Süden Mecklenburg-Vorpommerns.

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