Krakau : Kunst in der Emaillefabrik

Krakau hat einen neuen Ort für Zeitgenössisches: Das neue Museum für zeitgenössische Kunst ist fertig.

Fabrik eines Retters. Nun wird Kunst in Schindlers alten Hallen gezeigt. Foto: dpa
Fabrik eines Retters. Nun wird Kunst in Schindlers alten Hallen gezeigt. Foto: dpaFoto: picture-alliance/ dpa

In der polnischen Kulturstadt Kraków (Krakau) wurde jetzt das neue Museum für zeitgenössische Kunst fertiggestellt. Das Museum of Contemporary Art Kraków (MOCAK) entstand in knapp einjähriger Bauzeit auf dem Gelände der ehemaligen Emaillefabrik von Oskar Schindler im Stadtteil Podgórze.

Die ehemaligen Fabrikgebäude wurden nach Plänen des italienischen Architekten Claudio Nardi umgebaut und um einen modernen Eingangsbereich ergänzt. Der Entwurf des Florentiners vereint die Dimensionen der vorhandenen Industriearchitektur mit mediterraner Leichtigkeit. Dunkle Betonwände bilden einen stilvollen Kontrast zu den lichten Glasflächen der Dächer und Zwischenetagen. Auf 4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche soll moderne Kunst aus aller Welt gezeigt werden. Daneben sind dort Symposien und Diskussionsforen geplant.

Die ständige Ausstellung mit Werken polnischer und ausländischer Gegenwartskunst soll im kommenden Frühjahr eröffnet werden. Gezeigt werden dann beispielsweise Kunstobjekte des polnischen Malers Bartek Materna, des tschechischen Installations- und Videokünstlers Kristof Kintera oder des russischen Künstlerkollektivs AES. Zeitgleich soll eine temporäre Ausstellung „History in Art“ mit Arbeiten von 44 internationalen Künstlern beginnen. Im Herbst 2011 werden unter dem Titel „Reise in den Osten“ Arbeiten zeitgenössischer Künstler aus Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldawien und der Ukraine präsentiert.

Im Rahmen der Arbeit des MOCAK entstehen auch mehrere Filme. So zum Beispiel der Dokumentarfilm „Wilhelm Brasse – Fotograf 3444“, der im September 2011 im Berliner Martin-Gropius-Bau uraufgeführt werden wird. Er porträtiert den polnischen KZ-Überlebenden Wilhelm Brasse, der Hauptfotograf im Lager Auschwitz-Birkenau war und dessen Bilder bis heute ein stummes Zeugnis der Ermordeten sind.

Der Industrielle Oskar Schindler hatte die Emaillefabrik 1939 übernommen. Schindler wurde berühmt, weil er mehr als 1000 Juden vor dem Tod in den Vernichtungslagern rettete. Steven Spielberg hatte Schindlers Geschichte 1993 mit großem Erfolg verfilmt.

Bereits im Juni 2010 war im ehemaligen Verwaltungsgebäude das neue Museum „Fabryka Schindlera“ als Teil des Historischen Museums der Stadt eröffnet worden. Dort wird seitdem eine Dauerausstellung über Krakau zur Zeit der Nazi-Okkupation 1939–1945 gezeigt. Das neue Kunstmuseum ist von dieser Ausstellung räumlich getrennt.

Beide Museen befinden sich in der ul. Lipowa 4 im Krakauer Stadtteil Podgórze. Noch bis zum 17. Januar zeigt das MOCAK eine Ausstellung mit Fotos von Edward Dwurnik unter dem Titel „Die Schlacht von Grunwald“ im Krakauer Wawelschloss. Informationen zum Museum im Internet: www.mocak.com.pl

Das Museum „Fabryka Schindlera“ ist täglich von 10 bis 18 Uhr, montags bis 14 Uhr geöffnet, Internet: www.mhk.pl

Informationen über Kraków im Internet unter www.krakow.pl

Allgemeine Auskünfte beim Polnischen Fremdenverkehrsamt: www.polen.travel

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