Zürich : Gratis auf dem Mietvelo

Zürich ist schön, aber teuer: Trotzdem gibt es Möglichkeiten, die Stadt günstig zu erleben.

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Die Rote Fabrik, ein angenehmer Mikrokosmos des Zürcher Kulturzirkus mit Restaurant und Kneipe.
Die Rote Fabrik, ein angenehmer Mikrokosmos des Zürcher Kulturzirkus mit Restaurant und Kneipe.Foto: Werner Dieterich / mauritius

Jedes Jahr ermittelt das britische Magazin „Monocle“ die vermutlich lebenswertesten Städte der Welt. Vor drei Jahren stand Zürich auf dem ersten Platz, in diesem Jahr reicht es nur noch knapp für Rang zehn. Begründung der Redaktion: „Viel zu teuer.“ Was Einheimischen zu schaffen macht, gilt erst recht für Besucher – und seit im Januar der Schweizer Franken vom Euro abgekoppelt wurde, sind die Preise für Reisende aus den Nachbarländern nahezu unerschwinglich. Der Euro wird quasi eins zu eins in Franken getauscht.

Also ist auch ein Besuch in Zürich nahezu unbezahlbar? Nicht ganz.

Es gibt Mittel und Wege, die Kosten bei einem Besuch in Schach zu halten. Zunächst kommt man recht günstig hin. Flugtickets nach Zürich sind dank zahlreicher täglicher Verbindungen mit Swiss und Air Berlin eher preiswert (ab 87 Euro). Besucher können dann bereits am Klotener Flughafen eine „Zürich Card“ kaufen. Diese gilt entweder für 24 oder 72 Stunden (24 beziehungsweise 48 Euro), berechtigt für Fahrten in allen öffentlichen Verkehrsmitteln in der Stadt und für freien respektive ermäßigten Eintritt in viele Museen. Damit ist schon mal der Weg nach und das Fortkommen in Zürich erleichtert.

Bleibt eine wichtige Frage: Wo schlafen? Im Sommer gibt es am südlichen Ufer des Zürichsees eine preisgünstige Alternative: der Zeltplatz „Fischers Fritz“. Für 14,50 Franken pro Person (8,50 Franken pro Kind) schlagen entsprechend viele Urlauber aus dem Euro-Land dort ihre Zelte auf. Franzosen, Spanier, Deutsche. „Nur die Holländer sind bisher ausgeblieben“, sagt Besitzer Michel Péclard. Die brachten allerdings bereits in den Vorjahren ihre Vorräte aus der Heimat mit und kauften kaum etwas am Kiosk des Zeltplatzes.

Kostenlos Fahrrad fahren mit "Züri rollt"

Der Vorteil des Platzes: eine ruhige Lage. Er liegt eine halbe Stunde Spaziergang von der Innenstadt entfernt (mit dem Bus zehn Minuten) und grenzt direkt an den See. Jeder Camper kann frank und frei baden, dabei die Aussicht auf die Innenstadt, die vielen Segelboote und den Zürichberg genießen. Im Gegensatz zu den Einheimischen, die seit diesem Sommer für die Liegewiese eine Gebühr entrichten müssen.

Für alle gratis ist der städtische Fahrradservice „Züri rollt“. Jedenfalls tagsüber (Ausweis an einer von sieben zentral gelegenen Stationen vorlegen, 20 Franken Pfand deponieren und los). Nur wer die Velos über Nacht nutzen will, zahlt zehn Franken. Auf dem Drahtesel lässt sich besonders das Seeufer auf den breiten Promenadenwegen angenehm erkunden, vom Süden über das Zentrum bis zum weniger besuchten Nordufer.

Dass sich dort so wenige Besucher umschauen, ist eigentlich schade, denn dort befinden sich architektonische Besonderheiten. Zum Beispiel das letzte von Le Corbusier errichtete Gebäude: das Heidi-Weber-Museum mit den farbigen Rechtecken an der Fassade, die an die grafischen Gemälde von Piet Mondrian erinnert. Gleich daneben können Kunstinteressierte das Atelier Hermann Haller besuchen, für das in den Sommermonaten gilt: freier Eintritt zum Bildhauerstudio.

Mit dem Velo ein paar Straßen weiter, durch das beliebte und entsprechend teure Wohnviertel Seefeld, liegt der Botanische Garten. Der Besuch kostet nichts. Und lohnt vor allem wegen des Alpengartens, in dem Arten aus der Region gezüchtet werden. Auch die Schauvitrine mit fleischfressenden Pflanzen und drei neue Glashäuser, deren Kuppeln wie ein „Star Wars“-Set im hügeligen Garten auftauchen, sind zu bestaunen. In den klimatisierten Häusern simulieren die Wissenschaftler die Flora der Tropen, Subtropen und Savannen.

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