Reise : Fluggäste wissen zu wenig über ihre Ansprüche

Seit dem Jahr 2005 steht Fluggästen bei Verspätungen oder Annullierungen Schadenersatz zu, doch die wenigsten fordern ihr Geld ein. Zu dieser Einschätzung kommt Andreas Sernetz, Chef des Fluggastrechteportals Fairplane. „Viele Passagiere wissen gar nicht, dass ihnen eine Ausgleichszahlung zusteht“, sagt Sernetz. „Wer es weiß, wird von den Airlines immer weiter vertröstet und muss fast immer vor Gericht ziehen.“

Nach Berechnungen von Fairplane sind etwa zwei Prozent aller Fluggäste anspruchsberechtigt. „Das ergibt allein für den Flughafen Frankfurt/Main pro Jahr eine Ausgleichssumme von rund 200 Millionen Euro“, sagt Sernetz.

Fairplane hat sich wie die beiden großen Konkurrenten EUclaim und Flightright darauf spezialisiert, die Kunden bei ihren Ansprüchen zu unterstützen. Nach einer ersten automatisierten Prüfung auf der Homepage werden die Fälle an Rechtsanwälte verwiesen. Diese fechten den Fall aus, meist bis vor Gericht. Im Erfolgsfall werden 27 Prozent Provision fällig, ansonsten entstehen dem Fluggast laut Sernetz keine Kosten.

Nicht zahlen müssen Airlines allein bei „außergewöhnlichen Umständen“. Diese werden laut Sernetz in 90 Prozent der Fälle von den Airlines vorgeschoben. „Berechtigt ist das aber nur in rund zehn Prozent der Fälle“, weiß Sernetz, der als gravierendstes Beispiel die Aschewolke über Island nennt. dpa

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