Flugvergleich : Mehr Komfort im XL-Format

Auch auf Ferienflügen verkaufen sich Beinfreiheit und Essen à la carte bestens. Gegen Aufpreis erhältliche Premiumplätze finden große Nachfrage.

Horst Zimmermann
So fängt kein Urlaub gut an... Auf Beinfreiheit muss man im Flugzeug aber längst nicht mehr verzichten...
So fängt kein Urlaub gut an... Auf Beinfreiheit muss man im Flugzeug aber längst nicht mehr verzichten...Foto: IMAGO

Man gönnt sich ja sonst nichts! Nach diesem Motto erkaufen sich immer mehr Urlauber in Ferienfliegern mehr Sitzkomfort und bessere Bordverpflegung. So entsteht allmählich auch auf reinen Ferienflügen eine Art „Business Class Light“. Die Airlines sind von der wachsenden Nachfrage und der Bereitschaft, für die Extras extra zu zahlen, überrascht.

Vor allem Condor und Tuifly liefern sich ein Rennen um die Extras. Vor fünf Jahren machte Tuifly mit den „XL-Seats“ den Anfang: Bei den Notausgängen sind zwölf Plätze in zwei Reihen mit mehr Beinfreiheit gegen 25 Euro Aufpreis buchbar. Den nächsten Schritt machte Condor: Neben der „Comfort Class“ gibt es seit 2008 als abgespeckte Version auf Langstrecken die sogenannte Premium Economy Class. Preisbeispiel: Der Flug von Frankfurt am Main nach Fort Lauderdale in Florida kostet in der Economy Class 329 Euro, in der Comfort Class 729 Euro und in der Premium Economy Class 429 Euro.

Wegen der überraschend großen Nachfrage wird „Premium Economy“ seit September 2010 auch auf Kurz- und Mittelstrecken (Aufpreis: ab 60 Euro) angeboten. Auf Langstrecken gibt es 15 Zentimerter mehr Beinfreiheit, auf Kurz- und Mittelstrecken bleibt in einer Dreierreihe der Mittelsitz frei.

In diesem Winter fliegt Tuifly mit „Premium Economy“ auf die Kanaren. Weil das seit Juli buchbare Upgrade sehr stark nachgefragt wurde, wird die neue Klasse ab April 2012 auf allen Strecken eingeführt. Bei Tuifly sind vorerst sechs Sitzreihen dafür reserviert. Bei Condor variiert die Platzzahl je nach Nachfrage. Auf der Langstrecke gibt es maximal 35 Plätze. Zu „Premium Economy“ gehört ein separater Check-in, Priorität fürs Gepäck, freie alkoholische Getränke, Gourmetmenü und eine Auswahl an Zeitschriften.

Air Berlin, längst nicht mehr nur im Ferienfluggeschäft engagiert, verlangt für „XL-Seats" auf Kurz- und Mittelstrecken 20, auf Langstrecken 60 Euro. Vielflieger bekommen Rabatt, für Inhaber der Gold-Karte gibt es den „XL-Seat“ gratis. Für 7,62 Zentimeter mehr Beinfreiheit („Best Seat“) kassiert Germanwings 15 Euro. Der „Private Seat“ (freier Platz neben dem eigenen Platz) kostet den vollen Preis.

Ein „Premium-Menü“ (Condor) oder ein „Bon Voyage Menü“ (Tuifly), bei den besseren Plätzen im Preis mit drin, können Fluggäste der Economy-Klasse extra bestellen. Jüngst gab es bei Tuifly für 14,90 Euro geräucherte Entenbrust auf Mango-Chili-Salat, Saltimbocca mit Rosmarin-Kartoffeln und gegrillte Ananas. Bei Condor berichtet Magdalena Hauser von „steigender Nachfrage“. Jan Hillrichs von Tuifly: „Dieses Jahr haben wir 28 Prozent mehr Gourmet-Menüs verkauft.“ Wegen der großen Nachfrage gibt es vorbestelltes „Gourmet-Essen“ bei Air Berlin seit einem Jahr schon auf Flügen ab 60 Minuten Dauer (zuvor: 90 Minuten). Die Menükarte reicht von der Sansibar-Currywurst für 6,50 Euro bis zur Entenbrust in Orangensauce für 11,50 Euro.

Je nach Tageszeit und Strecke gönnen sich bei Tuifly bereits bis zu fünf Prozent der Fluggäste das Extra-Menü. Hillrichs: „Die Tendenz ist steigend. Denn viele Passagiere, die bei Sitznachbarn das Extra- Menü gesehen und sich Appetit geholt haben, wollen sich das bei ihrem nächsten Flug auch gönnen.“

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