Flussschiff des Jahres 2011 : Serenité: So klein, so nett

Die gediegene „Serenité“ hat nur Platz für zwölf Passagiere. Die Jury kürte den umgebauten Lastkahn nun zum „Flussschiff des Jahres 2011“. Ein Blick an Bord.

Oliver Schmidt
Eigner Georg Ebert hat sich sein Traumschiff selbst gebaut.
Eigner Georg Ebert hat sich sein Traumschiff selbst gebaut.Foto: promo

Sie stehen auf der Bühne im Royal Meridien Hotel in Hamburg und suchen nach Worten. Rita Medoev und Georg Ebert, Erbauer, Eigner und Betreiber der Serenité, können es noch nicht fassen: Ihr Schiff, ausgelegt für nur zwölf Passagiere, wurde zum „Flussschiff des Jahres 2011“ gekürt. Die zehnköpfige Jury vom Bellevue-Kreuzfahrt-Guide hat damit die Philosophie der beiden bestätigt und die Individualität, das Reisen im kleinsten Kreis, den persönlichen Service und die Routenvielfalt höher bewertet als tolle Wellnesscenter und breit gefächerte Abendunterhaltung, mit denen die Großen der Branche punkten können.

„Anfangs war das gar kein Schiff“, erzählt Rita, als sie sich etwas gefasst hat, „sondern eine Idee, ein Traum.“ Geträumt von Georg Ebert, damals Kapitän auf einem Fünf-Sterne-Flusskreuzer, und seiner besseren Hälfte, der Hotelmanagerin. „Unser Schiff ist ein Neubau“, erklärt Rita eine der wesentlichen Besonderheiten im Unterschied zu den ausrangierten, umgebauten Lastkähnen, die außer der Serenité auf den Kanälen Frankreichs verkehren.

„Wir haben das Schiff exakt nach unseren Vorstellungen geplant und gebaut.“ Zu diesen Vorstellungen gehörte auch, für die kleine Familie rund um die Uhr da zu sein, den individuellsten Service zu bieten, den man sich vorstellen kann. Der Erfolg der Serenité liegt in der „Software“, nicht in der Hardware.

Das Leben an Bord der Serenité spielt sich auf ihrem Hauptdeck ab. Es zieht sich vom Bug, wo die Fahrräder für die Passagiere verzurrt sind, bis zum Heck mit seinem kleinen Whirlpool und den edlen Holzmöbeln. Dazwischen liegt ein großer, langer Gesellschaftsraum, in den vorn das Steuerhaus integriert ist, offen und für jedermann zugänglich, denn Kapitän Georg Ebert sucht den Kontakt zu seinen Passagieren. Einer Lounge mit Sofas und Sesseln schließt sich das Restaurant an, eine große Tafel, die auch in mehrere Tische geteilt werden kann.

Die Einrichtung der sechs Passagierkabinen ist exakt gleich. Es gibt keine Klassenunterschiede auf der Serenité. Mit Fernsehgerät und Videofilmen, einem Bullauge, das sich öffnen lässt, gediegener Wurzelholzausstattung und einer Nasszelle mit Dusche sind sie ein gemütliches Zuhause auf kleinem Raum. Oben hat die Serenité noch ein Sonnendeck. Wenn die Brückenhöhen es zulassen, ist ein Sonnensegel aufgespannt, und Trimmgeräte stehen bereit.

Maßarbeit sei Dank - Der Reise durch Europa steht nichts im Wege. Lesen Sie mehr über die Serenité auf Seite zwei.

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