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Frankreich : Cuvée Collection Charles de Gaulle

30.12.2012 00:00 Uhrvon
Groß, größer, Melchisedech. Michel Drappier wuchtet eine 30-Liter-Schampusflasche.Bild vergrößern
Groß, größer, Melchisedech. Michel Drappier wuchtet eine 30-Liter-Schampusflasche. - Foto: Dagmar Krappe

Der ehemalige französische Staatspräsident wohnte privat an der „Champagner-Straße“.

Was macht Michel Drappier, wenn er nicht gerade die Figur in einem Kriminalroman abgibt? Genau das, was er auch in „Der Champagner-Fonds“, einem Werk des Berliner Autors Paul Grote, tut. Er produziert Champagner in seiner Kellerei in Urville in der französischen Region Côte des Bar.

Um 1152 ließ der Zisterziensermönch Bernard de Clairvaux die Keller anlegen, in denen heute die Champagnerflaschen des Hauses Drappier lagern. Vom Quart oder Piccolo über die Magnum- (1,5 Liter), Balthazar- (12 Liter) bis zur Melchisedech-Flasche (30 Liter). Seit 1808 gibt es das Champagnerhaus Drappier. 55 Hektar eigene und 40 Hektar gepachtete Weinhänge bewirtschaftet die Familie inzwischen in der siebten Generation.

„Für die Herstellung von Champagner werden nur drei Rebsorten in unterschiedlicher Zusammensetzung verwendet“, erklärt Michel Drappier während seiner Führung durch die Crayères. Klamm ist es in den Kreidestollen. Die Temperatur beträgt 12 bis 14 Grad. Ein paar Glühbirnen werfen ein rötliches Licht auf die schwarz-feuchten Wände. Tausende Flaschen des prickelnden Getränks warten in den Labyrinthen darauf, degorgiert (Entfernen des Hefepfropfens) zu werden.

Auf Schiefertafeln sind die Daten der hier ruhenden Champagner vermerkt. „Die Rotweintraube Pinot Noir (Spätburgunder) gibt dem Wein die Fülle, Pinot Meunier (Schwarzriesling oder Müllerrebe) die Fruchtigkeit und die Weißweintraube Chardonnay die Finesse“, erzählt der Weinbauer. Nur wenige Produzenten wie Drappier verwenden auch noch ein paar alte Traubensorten wie Arbane oder Petit Meslier. Zu 70 Prozent verarbeitet das Haus Pinot-Noir-Trauben. Auch General Charles de Gaulle kaufte gern bei Drappier. Stolz zeigt Michel eine eingerahmte Rechnung des legendären Staatsmannes.

In den langen Gängen stehen Rüttelpulte, in denen Magnumflaschen stecken. „Ein schwäbischer Kellermeister namens Anton von Müller erfand 1813 das Rüttelverfahren für die Flaschengärung, damit sich die Hefe im Flaschenhals sammeln kann“, erklärt Drappier. „Die Normalgröße von 0,75 Litern wird heute elektrisch gerüttelt. Dazu stehen die Flaschen in Drahtkäfigen, den Gyropaletten. Sie werden so lange gedreht und schräggestellt, bis die Flaschen auf dem Kopf stehen.“ Ab der 1,5-Liter-Flasche wird immer noch per Hand gearbeitet. „Ein guter Rüttler schafft 50 000 Flaschen am Tag“, weiß der Winzer und demonstriert das Drehen an mehreren Magnumflaschen: „Das ist die richtige Größe für zwei, wenn Madame nicht trinkt“, sagt er und grinst.

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