Reise : Freundlich am Lift

Zwei Einserkandidaten: ADAC testet Skigebiete

Zeitig zum Start in den Skiwinter kommt der ADAC-Test von Pisten in bekannten Skigebieten von sieben europäischen Ländern. Große Unterschiede beim Service, vereinzelte Schwächen bei der Sicherheit, so lässt sich das Resultat zusammenfassen. In Noten ausgedrückt: zwei einsame Sehr Gut, acht Gut, neun Ausreichend und ein strittiges Sehr Mangelhaft.

DIE ROTE LATERNE

Das „Sehr Mangelhaft“ ging nach Polen, genauer nach Schreiberhau (Sklarska Poreba) im Riesengebirge. Unberechtigt, wie der Direktor des Polnischen Fremdenverkehrsamtes, Jan Wawrzyniak, sagt. Die Kritik der Tester sei „Schnee von gestern“, weil sie sich Anfang 2010 in Schreiberhau umgesehen hatten, als noch alte Liftanlagen installiert waren. Zum Start der neue Skisaison sei dort ein neuer Sechser-Sessellift gebaut worden, sagt Wawrzyniak. Bis Ende 2011 werde das gesamte Skigebiet auf den neuesten Stand gebracht. Gelobt haben die Tester allerdings das Preis-/Leistungsverhältnis in Polen, das schmackhafte Essen und das freundliche, oft Deutsch sprechende Personal.

DIE SPITZENPOSITION

Ganz oben auf dem Siegertreppchen steht die Planai im österreichischen Schladming. An der Planai sind Parkplätze und Zugänge zu den Liften bestens organisiert, es gibt zumeist breite und sehr gut präparierte Pisten mit Erlebnischarakter durch Ruhezonen und verschiedene Themenabfahrten wie etwa „die Sportliche“, und das Personal ist auffallend freundlich. Kleiner Wermutstropfen: fehlende Informationen an der Talstation und im Internet. Mit einer Haaresbreite Abstand auf dem zweiten Platz landete die Fellhorn-Talabfahrt im deutschen Oberstdorf mit ihrem sehr aufwendigen und gelungenen Sicherheitskonzept, das Kinder noch gesondert anspricht.

SICHERHEIT

In puncto Sicherheit waren die ADAC-Experten vor allem mit der Markierung der Pistenränder unzufrieden. Bei 40 Prozent der Testobjekte war sie nicht deutlich genug zu erkennen. Eigene Trassen für den Aufstieg von Skitourengehern könnten „Gegenverkehr“ auf der Piste vermeiden, es gab sie allerdings nur auf der Testpiste im bayerischen Garmisch-Partenkirchen. Vereinzelte Schwachstellen fanden sich zum Beispiel am Spitzingsee in Bayern, wo die Pistenkreuzungen nicht geregelt waren und die Talabfahrt direkt in den Treffpunkt der Skischule mündete.

SERVICE

Insgesamt vermissten die Tester bei fast allen Kandidaten eine Notfallrufnummer auf dem Skipass, die im Fall des Falles eine rasche Alarmierung der Hilfskräfte garantiert. Auf 85 Prozent der Pisten waren keine Ruhezonen für eine sichere Pause während der Abfahrt eingerichtet. Viel zu oft fanden sich keine Lawinenlageberichte oder Pistenpläne an den Liftein- und -ausstiegen. Ärgernis Toilette: Nur in etwa der Hälfte der Testanlagen gab es Ablagen für Helme und Handschuhe, und ebenso viele konnte man nur über eine Treppe erreichen – ein beschwerlicher Gang mit klobigen Skischuhen. Auf gut der Hälfte der Parkplätze war kein Stellplatz für Behinderte ausgewiesen. Tsp

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