Hausbootferien : Auf zu neuen Ufern

An Bord schwimmender Ferienwohnungen ist ganz Europa zu entdecken. Die schönsten Hausboot-Reviere zwischen Portugal und Polen.

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Ausgezeichnete Wasserstraße. Der Canal du Midi gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Auf der 240 Kilometer langen Strecke wird auch der Malpas-Tunnel durchfahren.
Ausgezeichnete Wasserstraße. Der Canal du Midi gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Auf der 240 Kilometer langen Strecke wird...Foto: laif

Nein, Werbung für Hausbootferien war die Filmkomödie „Houseboat“ nicht. Statt im schicken Binnenkreuzer, tuckerten Cary Grant und Sophia Loren mit einem skurrilen Etwas durch ein uncharmantes Irgendwo. Doch die Branche hat keinen Schaden genommen. 50 Jahre nach dem Hollywood-Klamauk überbieten sich heute die Charteragenturen mit ungezählten Törnvorschlägen allein in Europa. Doch welches Revier soll man erobern? Für die laufende Saison dürfte es fast schon zu spät sein, sich entsprechende Gedanken zu machen. Doch so ein Urlaub, der schließlich kein Schnäppchen ist, will langfristig geplant sein, wenn es ein Erfolg werden soll. Das heißt auch, dass eine frühe Buchung angeraten ist – im Herbst für die folgende Saison –, damit das „richtige“ Schiff im gewünschten Revier dann auch verfügbar ist. Wir geben einen Überblick, welche schwimmenden Angebote in Europa zu finden sind.

In den meisten Urlaubsländern ist Hausbootfahren ohne Führerschein möglich. In Deutschland kommt bei Booten über 15 PS der sogenannte Charterschein zum Tragen. Das Papier ersetzt in speziell ausgewiesenen Revieren den vorgeschriebenen „Sportbootführerschein Binnen“ und wird vom Vercharterer nach einer mindestens dreistündigen theoretischen und praktischen Einweisung ausgestellt. Der Schein gilt nur in dem gebuchten Revier und berechtigt zur Führung eines maximal 15 Meter langen Bootes. Die Passagierzahl ist auf zwölf Personen beschränkt, die Geschwindigkeit auf maximal zwölf Kilometer pro Stunde. Der Schein kostet etwa 90 Euro und kann in der Regel im Folgejahr beim selben Vercharterer wiederverwendet werden.

Vor der Unterschrift unter den Chartervertrag heißt es: Größe und Ausstattung der schwimmenden Ferienwohnung festlegen und dann Preise der Anbieter vergleichen. Wer zu zweit reist, kommt mit einer Schlafkoje, Kochgelegenheit, WC und Dusche aus. Das Objekt der fluvialen Begierde ist acht bis neun Meter lang und kostet pro Woche – je nach Ausstattung und Saison – zwischen rund 1000 und 2200 Euro. Bei einer sechs- bis achtköpfigen Crew steigt der Raumbedarf auf Bootslängen von bis zu 13 Metern. Entsprechend klettert der Wochenpreis in Regionen zwischen 1500 und 3500 Euro. Hinzu kommen neben der Endreinigung (50–100 Euro) und gegebenenfalls einer Vollkaskoversicherung (rund 100– 200 Euro pro Woche) auch noch die Betriebsstunden unter Maschine. In der Regel werden pauschal zwischen sieben und zehn Euro pro Betriebsstunde erhoben.

Vielleicht möchten Anfänger auch erst einmal ein Schnupperwochenende buchen. Kein Problem, die meisten Bootsvermieter bieten entsprechende Kurztörns an. Doch Vorsicht, Hausbootferien haben Suchtpotenzial; nicht wenige Hobbykapitäne drücken bereits nach der zweiten Saison die Schulbank und büffeln für die amtlichen Sportbootführerscheinprüfungen.

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