Reise : Hongkong – mit einem Sternekoch

Wie der Berliner Veranstalter Windrose mit neuen Ideen auf die Zukunft setzt

von
Tim Raue lässt sich zuschauen. Foto: laif
Tim Raue lässt sich zuschauen. Foto: laifFoto: Amin Akhtar/laif

Luxus kennt keine Krise. Der Berliner Reiseveranstalter Windrose hat das Jahr 2010 mit einem Umsatzplus von zwölf Prozent und sechs Prozent mehr Gästen abgeschlossen, sagte Geschäftsführerin Wybcke Meier in der zurückliegenden Woche vor Journalisten in Berlin. Mehr als 6000 Kunden hat Windrose im vergangenen Jahr auf die Reise geschickt. Und in diesem Jahr könnten es noch mehr werden: Im Januar 2011 konnte bereits ein Umsatzplus von 20 Prozent gegenüber dem Januar des Vorjahres verbucht werden. Mit einem Durchschnittspreis von 4600 Euro pro Kunde erzielte das Unternehmen die höchsten Preise pro Kopf auf dem deutschen Reisemarkt.

„Wir sind der einzige Veranstalter in Deutschland, der Reisen auf diesem hohen Niveau anbietet“, sagte Hans Peter Holzinger, der das Unternehmen 1973 gegründet hatte. Anfang 2008 verkaufte er Windrose an Waterland, eine holländische Private-Equity-Gesellschaft. Holzinger ist allerdings weiterhin als, wie es hieß, „Berater und Ideengeber“ für den Veranstalter tätig.

Holzinger hatte auch die erste Reise für Windrose auf die Galapagos organisiert. Im aktuellen Programm führen sechs Touren zur Inselgruppe seltener Arten. Eine zwölftägige Spezialreise zu „Ekuadors Arche Noah“ wird von Jürgen Lange, dem ehemaligen Direktor des Berliner Zoos, begleitet. Besondere „Tourguides“ gehören immer häufiger zum Programm von des Veranstalters. Vom 14. bis 23. Oktober etwa wird eine Gourmetreise nach Hongkong und Tokio von dem Berliner Sternekoch Tim Raue begleitet. Raue, der zwischen 2003 und 2008 in Asien an verschiedenen Herden gearbeitet hat, ist ausgewiesener Fan der ausgeklügelten Frischeküche. „20 Mal im Jahr bin ich in Asien“, erzählte er. Er will den Windrose-Gästen nicht nur seine Lieblingsrestaurants zeigen, darunter etwa das Din Taifung in Hongkong mit 1000 (!) Plätzen, sondern er möchte mit ihnen auf den Märkten einkaufen und – natürlich – auch mal selbst kochen. Die Gourmetreise nebst feinem Besichtigungsprogramm kostet ab 6430 Euro pro Person im Doppelzimmer. Auch den Hamburger Sternekoch Ali Güngörmüs konnte Windrose für eine Tour gewinnen. Vom 26. August bis zum 2. September geht es mit ihm auf dem Motorsegler „Panorama“ in die Ägäis.

Zu den „veredelten“ Studienreisen, bei denen immer Businessclass geflogen wird, gesellen sich rund 100 Erlebnisreisen in alle Welt. Da manche Menschen sich im Urlaub am liebsten ausruhen und weniger Neues erleben möchten, hat der Veranstalter zusätzlich den Katalog „Private Edition“ aufgelegt. Hier sind ausgesucht schöne Hotels das Ziel. Das „Ananda“, hoch über dem Ganges am Himalaja etwa, das vornehme „Ellermann House“ in Kapstadt oder das „North Island“, ein exklusives Hideaway auf den Seychellen. Sieben Übernachtungen mit Vollpension, Businessflügen und Helikoptertransfers kosten ab 16690 Euro.

Wer es noch exklusiver möchte, kann einen der drei Kreuzflüge buchen, auf denen die Reisenden mit Privatflugzeugen, zum Beispiel einem umgebauten A 319, unterwegs sind. „Da reicht es nicht, die schönsten Orte zu präsentieren, auf das Wie kommt es an“, erläuterte Wybcke Meier, die bis Mitte 2010 in der Geschäftsleitung von Öger Tours war. Die erste Tour „Magische Orte“ wird Ende September zwölf Tage durch den Orient führen – ab 22 500 Euro pro Person.

Das Berliner Unternehmen mit Vertriebsbüros in Wien und Zürich veranstaltet rund 400 Reisen im Jahr. 40 Mitarbeiter tüfteln die Programme aus, buchen Flüge und Hotels und sind nicht zuletzt für die intensive Kundenberatung da. Schließlich will Windrose vor allem eines bieten: herausragende Qualität. Und damit das auch jene schnell erfassen, die das Unternehmen noch nicht kennen, hat der Namenszug jetzt einen Zusatz bekommen: „Finest Travel“.Hella Kaiser

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben