Island : Dampfbad unter freiem Himmel – ein langes Wochenende in Reykjavik

Reykjavik ist die Hauptstadt der größten Vulkaninsel der Welt. Binnen einer Autostunde erreicht der Besucher dampfende Geysire, tosende Wasserfälle und die „Blaue Lagune“, die mit ihrem 40 Grad heißen Thermalwasser besonders im Winter außergewöhnliche Badefreuden bietet. Und wer sich körperlich mal so richtig verausgaben will, kann das bei einem Ausritt auf Islandpferden, die in stadtnahen Gehöften gehalten werden.

Los geht es für den Gewinner und eine Begleitperson seiner Wahl von Berlin- Schönefeld aus mit Iceland Express. Nach rund dreieinhalb Stunden ist Rey kjavik erreicht (die Reise kann jeweils an den Wochenenden zwischen dem 23. Januar und 2. März 2009 angetreten werden). Für drei Nächte inklusive Frühstück sind die Gewinner im Centerhotel Arnarhvoll (drei Sterne) im Stadtzentrum von Reykjavik untergebracht. Die Nutzung des Wellnessbereiches ist kostenlos, auf das Essen im Panoramarestaurant des Hotels mit Meerblick gibt es zwölf Prozent Rabatt. Um die Reise antreten zu können, müssen Sie alle fünf Rätselfragen richtig beantworten – und etwas Glück haben.

1. INSULARES

Das Land ist klein. Die Herausforderungen jedoch, vor denen es nach der jüngsten Bankenkrise steht, sind gewaltig. Nur 320 000 Menschen leben auf der 103 000 Quadratkilometer großen Insel, und dennoch kämpft der aufgeblähte Finanzsektor Islands mit einem Schuldenberg von 15 Milliarden Euro. Mit einer Mischung aus selbstbewusster Gelassenheit und Zorn reagieren jetzt viele Hauptstädter auf die verfehlte Finanzpolitik. Bei den regelmäßigen Sonnabend-Demonstrationen auf dem Parlamentsplatz fordern Tausende den Rücktritt der verantwortlichen Politiker. Nun besinnen sich viele Isländer auf gemeinsame Tugenden. „Wir richten uns auf, wenn wir gegen den Sturm laufen müssen“, lautet derzeit eine typische Bemerkung. Es wird wieder aufs Geld geschaut. Selbst gestrickte Pullover statt kostspieliges Styling, traditionelle Blutwurstgerichte anstelle von teurem Fast Food. Wie heißt eigentlich der isländische Autor, der in seinem Buch „Draumalandid“ – englischer Titel: „Dreamland“ – wirtschaftliche Fehlentwicklungen im Land schon früh kritisiert hat?

2. HAUPTSTÄDTISCHES

Modernität und Provisorium, Technik und Natur gehen in Reykjavik eine kuriose Mischung ein. Gleich gegenüber dem Zentrum der einstigen Boomtown, am anderen Ende der Faxaflói-Bucht, scheinen sich wuchtige Berge bis in die Stadt vorzuschieben, zurückgehalten nur durch den aufgewühlten Atlantik. Da spürt man, dass Island das am dünnsten besiedelte Land Europas ist. An den Wochenenden cruisen junge Hauptstädter zwischen den Designerläden und Nachtbars der zweistöckigen Holzgebäude und feiern die Nacht. Wenn schließlich der Tag anbricht – was im Winter lange dauert –, erinnert der größte Fluss Reykjaviks daran, dass die Hauptstadt letztlich doch nur eine Siedlung in der Wildnis ist, denn hier lässt sich reichlich Lachs angeln. Wie heißt der Fluss?

3. GESCHICHTLICHES

Isländer haben Sinn für originelle Namen: „871 plusminus 2“ heißt die Siedlungsausstellung des Stadtmuseums von Reykjavik. 871 nach Christus plusminus zwei Jahre – so genau konnten Wissenschaftler aus vergleichenden Gletschereisproben anhand der Ascheanteile die Geburtsstunde der ältesten Stadtsiedlung bestimmen. Das Museum wurde genau an der Fundstelle errichtet, wo Archäologen die Überreste von Wikingerbauten entdeckten, mitten im historischen Zentrum Reykjaviks an der Adalstraeti. Als Ingólfur Arnarson, der als erster Siedler Islands gilt, die vulkanische Insel seinerzeit in Augenschein nahm, fielen ihm vermutlich die Dämpfe der heißen Quellen auf, die er wohl irrtümlich für Qualm hielt. Damit hängt auch Reykjaviks Name zusammen. Was bedeutet er übersetzt?

4. WÄRMENDES

Islands Vulkanismus lässt sich ganz in der Nähe Reykjaviks anschaulich erleben. Die vielleicht bekannteste Erscheinung ist der „Geysir“. Durch Magma aufgeheiztes Sickerwasser schießt in der Nähe des Gulfoss-Wasserfalles periodisch in hohen Dampffontänen empor. Doch die vulkanische Erdwärme ist nicht nur ein Touristenspektakel. Sie speist auch preisgünstig und umweltfreundlich CO2-freie geothermale Kraftwerke. Fast der gesamte Strombedarf des Landes wird aus regenerativen Energien gewonnen. Ein weiterer Anwendungsbereich der Erdwärme dient der Schönheit. Rund 30 Kilometer von Reykjavik entfernt liegt die „Blaue Lagune“. Dort nehmen die Besucher zwischen Lavagestein im geothermisch aufgeheizten Seewasser Schönheitsbäder. Hautschützende Silikate, vitalisierende Mineralstoffe und Algen machen die Lagune angeblich zu einem Jungbrunnen. Doch was erzeugt die blaue Farbe im Salzwasser der Lagune?

5. FALSCHES

Auf der Insel mit ihren rauen Naturschönheiten sind moderne High-Tech-Spielereien äußerst beliebt. So auch in der „Blauen Lagune“. Jeder Badegast dort erhält ein Plastikarmband mit einem Chip zum Öffnen eines Garderobenschranks. Wenn die angenehmen Stunden im dampfenden Wasser vorüber sind, wartet eine Überraschung am Ausgang. Statt das Armband beim Hinausgehen dem Personal wieder auszuhändigen, öffnet sich für den Besucher an der Schranke ein kleines Metallfach. Dort hinein muss er das Chip-Band legen, woraufhin es piepend registriert und wie von Geisterhand verschluckt wird. Alles vollautomatisch.

Auch im „Laugar Spa“, dem größten Wellnesszentrum Reykjaviks, wird neueste Technologie demonstriert. Nachdem dort der Daumenabdruck als biometrische Eintrittskarte schon wieder wegen „Veraltung“ ausgemustert worden ist, benutzt man nun eine andere Methode. Ein Augenscanner identifiziert den Besucher. Dafür muss er sich genau vor dem Scanner postieren und hineinblicken, wobei eine computergesteuerte Stimme den richtigen Abstand vorgibt.

Ähnlich futuristisch mutet auch der Trainingseffekt-Rechner beim Reiten auf den kleinen Islandpferden an. Auf dem Veststeinn-Gehöft etwa 20 Kilometer außerhalb Reykjaviks wird eine Innovation namens „Speedfit“ eingesetzt. Der winzige Wunderkasten ist mit seinen Sensoren in den Sattel integriert. Er errechnet unter anderem aus Reiterherzschlag und Schrittfrequenz des Pferdes den „Trainingsfaktor“. So weiß man nach zwei Stunden Ausritt durch spröde Hügelkuppen und kristallklare Bäche, was bei einem die Fitness geschlagen hat. Oder etwa nicht?

Was ist erfunden? asw

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