Reise : Kein Stopp in Cadiz – Geld zurück

Eine Routenänderung bei einer Kreuzfahrt ist nicht grundsätzlich ein Reisemangel. Als solcher gilt sie jedoch, wenn sie in der Verantwortung der Reederei liegt und wichtige Teile des Törns entfallen. Dazu gehört etwa die Besichtigung einer besonders attraktiven Stadt. Das hat das Amtsgericht Rostock entschieden (Aktenzeichen: 47 C 400/10). In dem Fall hat der Passagier Anspruch auf eine teilweise Erstattung des Reisepreises, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht.

Der Kläger hatte eine Kreuzfahrt gebucht, bei der neben den Kanaren auch Cadiz in Südspanien und Tanger im Norden Marokkos angelaufen werden sollten. Die Reederei strich diese beiden Ziele, weil in den Häfen die Schiffsversorgung nicht gesichert schien. Das sei aber „ausschließlich der Risikosphäre des Reiseveranstalters“ zuzurechnen, argumentierte das Gericht.

Weil damit außerdem das Anlaufen des einzigen Hafens auf afrikanischem Boden während der Kreuzfahrt entfiel, sei das als noch schwerwiegender zu werten. Der Reisepreis sei daher für die beiden entsprechenden Tage um 30 beziehungsweise 50 Prozent zu mindern. Der Kläger erhielt knapp 80 Euro zurück. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben