Reise : Klänge im Kloster

Immer mehr Kulturfeste locken nach Brandenburg. Auch zu Ostern haben Ausflügler die Qual der Wahl.

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Kaum hat man begonnen, in der Broschüre „Kulturfeste im Land Brandenburg zu blättern, beginnt die Vorfreude. Am liebsten würde man kein Konzert, kein Festival oder gar Theaterstück im Grünen verpassen. Fast 900 Veranstaltungshinweise finden sich in dem dicken Heft.

Auf den Sommer muss man nicht warten, um Kultur in Brandenburg zu genießen. Das Programm ist schon in vollem Gange – und vor allem zu Ostern dicht gedrängt. Am Karfreitag etwa könnte man nachmittags den Kapellenkonzerten in Chorin oder abends schönen Klängen in der Siechenhauskapelle Neuruppin lauschen. Am Ostersonntag können Brandenburgbesucher unter elf Veranstaltungen wählen. Eine, in der Kirche St. Nikolai in Jüterbog, beginnt in der Osternacht, um 4.30 Uhr. Eingebettet wird die mittelalterliche Musik, gespielt vom Emsemble musicamediaevalis, in eine liturgische Feier nebst Osterfeuer, Prozession und Abendmahl. Um 18 Uhr werden in Potsdam die „Bachtage“ zelebriert, um 19.30 Uhr präsentiert die Musikakademie Rheinsberg eine Rarität: die komische Oper „Der Dorfwahrsager“ von Jean

Jeacques Rousseau, uraufgeführt 1752.

Allüberall scheint es zu klingen in Brandenburg. Da gibt es die Brunchkonzerte in Kappe (Schorfheide), Hofkonzerte in Schönwalde oder die Musikfestspiele Siebenklang in Bernau.

Für alle Sinne geeignet sind die Sommerkomödien in Bad Freienwalde im Oderbruch. In diesem August bringt das Ensemble das Stück „Frühere Verhältnisse“, eine Altwiener Posse von Johann Nepomuk Nestroy, auf die Bühne. Am 18. Mai bereits startet der „Barocke Theatersommer“ in Sanssouci mit deftiger Commedia dell’Arte.

Gespannt sein darf man auf „Faust I und II“ an einem Abend, oder den „Sommernachtstraum“, gespielt von der Neuen Bühne Senftenberg. Viele namhafte Schauspieler und Regisseure, etwa Frank Castorf, sammelten erste Erfahrungen im „Theater der Bergarbeiter“.

Vielversprechend sind auch die Veranstaltungen vom Brandenburgischen Literaturbüro. Am 9. April setzt sich der russische Schriftsteller Sergej Lebedew in der Villa Quandt (Potsdam) mit der Gulag-Problematik auseinander. Am 18. April liest am selben Ort Christoph Hein aus neuen Erzählungen.

Bei vielen Veranstaltungen empfiehlt es sich, sie in einen Wochenendausflug mit Übernachtung einzubinden. Häufig haben Hotels und Pensionen in der Umgebung Arrangements aufgelegt. Nur zu lange warten sollte man nicht mit der Reservierung. Hella Kaiser

Kulturfeste im Land Brandenburg e. V., Am Bassin 3, 14467 Potsdam, Telefonnummer: 03 31 / 979 33 01/2, kulturfeste.de

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