Reise : Kleines Land im XXL-Format

Hier liegt mal ein „Coffeetable Book“ vor, für das manche Menschen nicht einmal einen Tisch haben, der groß genug ist, um in dem Wälzer zu blättern. Denn dieser mächtige Bildband – aufgeschlagen fast einen Meter breit – animiert zu längerem Studium. Immer wieder. Auch wenn der Titel so unscheinbar, ja, etwas lahm daherkommt.

Was sich auf den 376 Seiten vor dem Betrachter auftut, ist wahrhaft ungewöhnlich (wie übrigens auch der Preis). Im Panoramaformat blättert sich das Reiseland D auf und zeigt sich nur von seiner feinsten Seite: von den Küsten bis zu den Alpen, mit Metropolen, Naturräumen, Kulturdenkmälern. Eine Entdeckungsreise am Kaffee-, das heißt, besser am Esstisch. Nur Menschen sind nicht abgebildet, auch kein grauer Alltag. Das Werk ähnelt einem Kunstkalender in Buchform. Das muss nicht jedem gefallen, doch wer sich darauf einlässt, kann – unterstützt von den sorgsamen Bilderläuterungen des „FAZ“-Kollegen Jakob Strobel y Serra – eine höchst aufschlussreiche Deutschlandreise antreten. Denn die handwerklich makellosen Fotos eröffnen doch so manche Perspektive, so manche Winkel des Landes, die auch Oftreisende noch nicht entdeckt haben. Weil es so viele davon gibt. Wie hier prächtig zu sehen. gws







Deutschland in der Mitte Europas. Mit ungezählten Fotos ungezählter Fotografen, erläuternde Texte von Jakob Strobel y Serra; Kunth Verlag, München im November 2013, 376 Seiten, gebunden im Schuber, 78 Euro

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