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Pleiten unterwegs

Irgendetwas geht immer schief auf Reisen. Davon erzählen jetzt zwei, die als Reporter viel in der Welt unterwegs waren, in Beirut oder Birma, in Daressalam, Kalifornien und Mumbai. Swantje Strieder und Teja Fiedler reisten viel allein, aber – die beiden sind ein Paar – auch gemeinsam. Ihre Flitterwochen wollten sie in Tansania verbringen. Und machten schon am Anfang alles falsch, denn sie fuhren nicht mit dem Mietauto zur Lodge, sondern sie nahmen den Überlandbus. Der hielt natürlich nicht vor der Tür. So mussten sie unter sengender Sonne durch den Nationalpark zum Quartier irren, immer in Angst vor den Löwen. Und mussten später noch eine hohe Strafe zahlen, denn Fußgänger im Nationalpark sind natürlich verboten. Mulmig kann es einem öfter werden, draußen in der Welt. „Der Feind lauert direkt vor den Airport-Schwingtüren“, schreibt Swantje Strieder und gibt dann allerhand kuriose Erlebnisse mit Taxifahrern zum Besten. Von solch köstlichen Episoden hätte man sich mehr gewünscht. Beide Autoren können schließlich exzellent schreiben. Aber bisweilen verheddern sie sich in Ratgeberpassagen. „In Tempeln oder Moscheen die Schuhe ausziehen, eventuell ein Kopftuch oder einen leichten Schal tragen? Warum nicht? Eine Frage des religiösen Respekts“, heißt es da. Oder, ein Tipp für alleinreisende Frauen: „Meiden Sie romantische, einsame Plätze nach der Dämmerung.“ Klasse dagegen sind Beobachtungen in Hotels. Der Kampf mit Klimanlagen und die Qual, die am Fußende festgezurrte Bettdecke zu lockern.

Reisen kann sehr lustig sein – wenn man Humor hat wie die Autoren. Hella Kaiser

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