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Finnen lieben

Ein Wobbler ist ein künstlicher Angelköder, der einen verletzten Fisch imitiert. Und Wobbeln, behauptet Wolfram Eilenberger, das „täuschende Markieren einer Schwäche, eines Mangels oder Unvermögens“ sei geradezu die „soziale Schlüsselkompetenz“ der Finnen. So zu tun, als könnten sie nicht bis drei zählen – und schon haben sie wieder ein paar Firmen feindlich übernommen und ihren Rekorden neue hinzugefügt: „Die geringste Korruption, das innovativste Umfeld, die klügsten Kinder, die saubersten Städte.“

Eilenberger hat eine Finnin geheiratet. Und nun verrät er in einer amüsanten und hervorragend geschriebenen 250-seitigen Liebeserklärung, wie er ihr Land und ihre Leute kennenlernte. Allerlei Erhellendes hat er herausgefunden, über die Sauna, die Marimekko-Mohnblumenmusterbluse und den finnischen „Hang zu verbaler Sparsamkeit“. Und von wegen, Finnen seien depressiv. „Wir sind nicht depressiv“, sagt ihm ein Freund. „Wir ergeben uns der Dunkelheit ja nicht, wir suchen nur unseren Platz in ihr." Losfahren möchte man, diese seltsamen Wesen besuchen und gemeinsam zum Gummistiefelweitwurf antreten.F.L











— Wolfram Eilenberger:
Finnen von Sinnen. Verlag Blanvalet, 2010, 250 Seiten 16,95 Euro

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