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Nur Grün und Blau und die Sonne

Fontane, ach Fontane. Wie arm wäre Brandenburg ohne diesen Dichter. 1862 erschien unter dem Titel „Die Grafschaft Ruppin“ der erste Teil seiner „Wanderungen durch die Mark“. Damals entdeckte er den Stechlin, diesen geheimnisvollen, buchtenreichen See. „Und nun setzten wir uns an den Rand eines Vorsprungs und horchten auf die Stille. Die blieb, wie sie war: kein Boot, kein Vogel; auch kein Gewölk. Nur Grün und Blau und die Sonne“, notierte er. Passend zu Textzeilen des Dichters hat der Berliner Maler Hans-Joachim Gaudeck Aquarelle getuscht. Zu betrachten sind die nun in einem sehr hübschen, verträumten Buch.

Da ist das Herbstleuchten am Stechlin, Schloss Rheinsberg schimmert im Sonnenlicht, in zarten Grüntönen verzaubert die Havellandschaft bei Petzow.

Bilder und Texte ergänzen sich auf ruhig-schöne Weise. Fontane schreibt: „Luch im Wald – welch Landschaftsbild tut sich bei diesem Namen vor uns auf! Elsengebüsch, zu drei und vier eine Gruppe bildend, umschreibt einen weiten Kreis; in der Mitte halb überschwemmtes Wiesenland, voll Binsen, wo Wasser steht ...“

Zart fließen dazu die Farben ineinander in Gaudecks Aquarell. Es scheint, als habe der Maler jenen Blick, den sich Fontane für seine geliebte Heimat gewünscht hat. Der Dichter schrieb: „Der Reisende in der Mark muß sich ferner mit einer feineren Art von Natur- und Landschaftssinn ausgerüstet fühlen. Es gibt gröbliche Augen, die gleich einen Gletscher oder Meeressturm verlangen, um befriedigt zu sein. Diese mögen zu Hause bleiben.“ Genießer fahren sofort los ins „Fontane-Land“. kai







Theodor Fontane (Texte), Hans-Jürgen Gaudeck (Aquarelle): Fontane-Land. HSB-Verlag, Stuttgart, 2011, 86 Seiten,

19,90 Euro

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