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Reisebücher & Reiseführer.

Barbara Schaefer

Korsika zu Fuß

Gleich vorweg: Es ist ein sehr praktisches Buch. Dieser Korsika-Wanderführer besticht durch die durchdachten Detailinformationen. Zu jeder der Touren gibt es nicht nur die Beschreibung, sondern eine kleine Karte, ein Höhenprofil, einen präzisen Infokasten mit An- und Abreise-Infos und Verpflegungshinweise, dazu noch die GPS-Daten, die sich Hightech-Wanderer aus dem Buch freirubbeln können. Jedoch: Den berühmtesten Wanderweg auf Korsika erwähnt Autor Christoph Berg nur kurz: der GR 20, die Grand Randonée, die Überquerung von Nord nach Süd der Mittelmeerinsel, ist weder in der Karte verzeichnet noch zusammenhängend beschrieben. Der Autor hat 35 Touren herausgesucht, verteilt über die ganze Insel. Das ist einerseits von Vorteil, so kann, wer auf Korsika Urlaub macht, sich die eine oder andere Tour herauspicken. Etwa eine einfache, wie die ebene Tour ins Tavignano-Tal im Norden, eine schwierige vom Bavella-Pass aus in die Felsregionen der Aiguilles de Bavella im Süden, oder eine der zahlreichen kindergerechten wie die Wanderung durchs Lamitu-Tal, mit der wackeligen Hängebrücke, die schon manchen Erwachsenen hat zögern lassen. So richtet sich der Band hauptsächlich an den Urlauber, der hier und da mal wandern möchte, um nicht alle Tage am Strand zu verdämmern. Der Nachteil jedoch: Jede Wanderung muss separat angefahren werden. Das ist schade, denn auf diese Art bekommt man nur Häppchen. Mit dabei ist aber natürlich der Monte Cinto, der höchste Berg Korsikas, nicht wegen seiner Höhe, sondern vor allem wegen seiner mühsamen Schotterabhänge auch Monte Schinder genannt. Wer sich da hinaufquält wird mit Sehnsucht von oben aufs Meer geblickt haben, und sich fragen: Warum liege ich eigentlich nicht am Strand? Barbara Schaefer

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