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Alles klar?

Wenig ermutigend sind die Zahlen, die deutsche Reiseveranstalter derzeit mit Blick auf ihr Ägypten-Geschäft vorlegen. Ganz schwach über Vorjahr – das eine Katastrophe war. Schlimm weniger für die hiesigen Veranstalter als vielmehr für die ägyptischen Familien, die vom Tourismus leben müssen. Der gebürtige Schwabe und heutige Kreuzberger Peter S. Kaspar bereist Ägypten seit mehr als 20 Jahren. Mit seinem vierten Buch („Koulou Tamam, Ägypten?“) über seine Erfahrungen am Nil zeichnet er die politische Entwicklung vom Ausbruch der Revolution bis zu den ersten freien Parlamentswahlen nach. Und er erklärt plausibel, wie das Land überhaupt in die so verheerende wirtschaftliche Abhängigkeit vom Tourismus geraten konnte. Was Kaspar schreibt, kann weitgehend nur eine Momentaufnahme über die Zustände im Land sein. Doch als Reisender mit Ägyptenerfahrung oder als potenziell an einem Trip an den Nil Interessierter wird der Leser von Kaspars Darstellungen und Erläuterungen profitieren. Er hilft, die Vorgänge besser einzuordnen. Der Titel des Buches Koulou Tamam bezieht sich übrigens auf eine ägyptische Begrüßungsfloskel und bedeutet so viel wie „Alles klar?“. Die Antwort darauf fällt zumindest derzeit noch negativ aus. gws







— Peter S. Kaspar:
Koulou Tamam, Ägypten? Der Tourismus im Zeichen der Arabellion. Carpathia Verlag, Berlin 2012, 197 Seiten, zwölf Euro

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