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Peter Münder

Das Yorkshire der Brontes

Charlotte Brontes romantischer Gouvernantenroman „Jane Eyre“ gehört längst zur englischen Schullektüre, „Sturmhöhe“ der Schwester Emily wurde mit Laurence Olivier in der Hauptrolle verfilmt und jedes Jahr pilgern mehr als 250 000 Besucher ins Bronte-Museum nach Haworth in Yorkshire, wo auch die 1893 gegründete Bronte Society ihren Sitz hat. Während Anne Bronte (1820–49) und ihr Roman „Agnes Grey“ fast vergessen ist, sind die Romane von Charlotte (1816–1855) und Emily Bronte (1818–48) neben denen von Charles Dickens und Jane Austen immer noch die beliebtesten englischen Klassiker. Aber wer waren diese Pastorentöchter mit dem Hang zur Literatur, die schon früh mit ihrer Lyrik Aufsehen erregten, wirklich?

Es gibt zwar bereits Dutzende von Biografien und Bildbände über die Bronte-Schwestern, doch der prächtige Band von Ann Dinsdale, Bibliothekarin im Bronte-Museum, und Simon Warner (Fotos) gehört zu den eindrucksvollsten Würdigungen dieser so enorm kreativen Frauen, die sich ihren Weg zur literarischen Anerkennung unter extrem schwierigen Bedingungen als Lehrerinnen oder Gouvernanten mühsam erarbeiten mussten. Abgesehen vom großartigen ästhetischen Reiz historischer Aufnahmen und der stimmungsvollen Landschaftsbilder besticht dieser Band durch seine einfühlsame Akribie.

Das landschaftliche Panorama um Haworth in Yorkshire, diese zwar spröde, aber reizvolle Gegend mit idyllischen Dörfern, wo Vater Patrick Bronte als Pastor wirkte, steht im Mittelpunkt des schönen Insel-Bandes von James Birdsall und Paul Parker (Fotos).

Die stimmungsvollen Impressionen werden mit biografischen Erläuterungen zu den wichtigsten Stationen im Leben der Brontes kommentiert – eine kurze, aber doch spannende Einführung in das immer noch so faszinierende Bronte- Änigma. Peter Münder





Ann Dinsdale und Simon Warner (Fotos): Die Brontes in Haworth. Aus dem Englischen von Brigitte Beier. Gerstenberg Verlag, 160 Seiten, 29,90 Euro







James Birdsall und Paul Parker (Fotos): Die Welt der Brontes. Aus dem Englischen von Michael Koseler. Insel Verlag, 159 Seiten, zehn Euro

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