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Am heiligen Meer

Sibirien. Das Wort jagt Menschen oft einen Schauer über den Rücken. Unendliche Weite, Straflager, Kälte, Einsamkeit. So die Assoziationen. Baikalsee hingegen, das klingt schon ganz anders. Irgendwie schwingt da im Hintergrund auch Balalaika mit im Ohr. Heiterer, weniger lebensfeindlich. Und doch, der Baikal liegt in Sibirien. Um diesen tiefsten und wasserreichsten Süßwassersee der Erde ranken sich viele Geschichten. Die Sibirer lieben ihr „heiliges Meer“, selbst wenn sie zum Teil Tausende Kilometer entfernt wohnen. Sich der Faszination Baikal zu nähern, könnte ein umfassender Bildband mit einer Vielzahl von Informationstexten aus erster Hand dienen, der soeben im Kosmos Verlag erschienen ist. Der Berliner Michael Feierabend und seine russische Frau, die Malerin Ljudmilla Feierabend-Perednewa, haben in mehreren Reisen die schönsten Plätze am See besucht, fotografiert und beschrieben. Wiederbesucht muss man in Ljudmillas Fall sagen, denn sie wurde am Baikal geboren. Und Michael Feierabend hat zudem fast genauso viel unter wie über Wasser gesehen. Der Fotograf, Autor und Taucher war auf mehreren Expeditionen für die Dokumentation der Natur in den Tiefen des Sees zuständig. Seine Ausbeute an Unterwasseraufnahmen vom Baikal gilt als konkurrenzlos.

Wer diese raue Region, wo Edelweiß noch auf fast jeder Wiese blüht und Fische wirklich nach Fisch schmecken, näher kennenlernen möchte, wird an diesem Buch kaum vorbeikommen. gws

Michael Feierabend, Ljudmilla Feierabend-Peredneva: Baikal. Das blaue Auge der Erde. Kosmos Verlag, Juni 2009, gebunden, 190 Seiten, 160 Farbfotos, 29,90 Euro

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