Reise : Meeresforschung: Warum es immer mehr Quallen gibt

Schlechte Nachrichten für Strandurlauber: In diesem Sommer werden nach Prognosen von Meeresforschern Unmengen von Quallen den Badespaß am Mittelmeer, aber auch an Ost- und Nordsee trüben. Vor allem die gefürchtete Feuerqualle mit ihren langen Tentakeln dürfte manchem Feriengast schmerzhafte Verbrennungen zufügen; bei Allergien kann sie sogar Lähmungen hervorrufen. Die Quallenplage ist aber auch eine schlechte Nachricht für den Umweltschutz: Denn das immer häufiger werdende Auftreten der gallertigen Meerestiere weist auf den schlechten Zustand der Meere hin.

Mit ein Grund für diesen „Boom“ ist die Erderwärmung, davon ist der Forscher Ricardo Aguilar von der Nicht-Regierungsorganisation Oceana überzeugt. Doch auch die Überfischung der Meere habe zu den Quallenplagen der vergangenen Jahre beigetragen, weil die natürlichen Feinde der Nesseltiere – Thun- und Haifische sowie Schildkröten – zunehmend ausgerottet würden. Ulrich Sommer vom Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel schließt nicht aus, dass zumindest an Ost- und Nordsee die Überdüngung der Felder zu einem hohen Nitratgehalt des Wassers führt und damit Quallenplagen zusätzlich fördert.

Ein weiterer Faktor für die Verbreitung der Tiere sei der Klimawandel. Die zunehmende Erwärmung der Meere, so die Forscher, habe die Reproduktionszeit der Quallen verlängert. AFP

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