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Urlaub und Menschenrechte

Reiseunternehmen sollten nach Ansicht des CDU-Politikers Klaus Brähmig Angaben zur Menschenrechtslage im Urlaubsland machen. „Ich plädiere dafür, in den Reisekatalogen freiwillig auch darauf hinzuweisen, wie es ein Land unter anderem mit den Menschenrechten hält“, sagte der Vorsitzende des Tourismusausschusses jetzt im Bundestag. „Wir müssen uns fragen, ob es sinnvoll ist, in Länder zu reisen, die von einem diktatorischen Regime regiert werden“, begründete Brähmig seinen Vorstoß. Touristen trügen eine „sehr große ethische Verantwortung“. Er gönne es jedem, in der Sonne zu liegen und seine Ferien zu genießen. „Aber was ist das für ein Gefühl, in einer noblen Hotelanlage unter Palmen einen Cocktail zu trinken, und draußen vor der Mauer leben die Menschen in Unfreiheit?“ Den Deutschen Reiseverband (DRV), Vertreter der Reisebüros und Reiseveranstalter, sieht Brähmig auf dem falschen Weg. Die Unternehmen informierten die Urlauber über Land und Leute, Staatsform und Kultur – Hinweise zur Sicherheit und zur Menschenrechtssituation fänden sich bei den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes. „Inwieweit in einem Land ein Regime als diktatorisch einzuschätzen ist oder Menschenrechtsverletzungen stattfinden, kann nur eine unabhängige Behörde wie das Außenministerium einschätzen“, erklärte DRV-Präsident Jürgen Büchy. AFP

Schutz fürs Grödnerjoch

Die Südtiroler Landesregierung will das Weltkulturerbe der Dolomiten durch eine teilweise Schließung von Passstraßen schützen. Umweltlandesrat Michl Laimer regte in der zurückliegenden Woche der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ zufolge an, das Grödnerjoch zwischen täglich 10 und 16 Uhr für den Autoverkehr zu sperren. Der Umweltaktivist und Bergsteiger Reinhold Messner mahnte in diesem Zusammenhang, den Verkehr in der gesamten Region einzuschränken. Der Schutz der Umwelt auf Passstraßen könne nicht durch die Einführung von Mautgebühren garantiert werden, erklärte Laimer, der in der autonomen Region Südtirol zugleich für Tourismus zuständig ist. Nach Angaben der Alpenkonvention zieht die gesamte Bergregion zwischen Monaco und Slowenien, Italien und Deutschland 120 Millionen Reisende pro Jahr an. epd

Berlin–Moskau im Hotelwaggon

Ein Tochterunternehmen der russischen Staatsbahn hat beim spanischen Fahrzeughersteller Patentes Talgo sieben Hotelzüge bestellt. Sie bestehen aus jeweils 20 Waggons. Drei dieser hoch modernen Züge sollen ab 2014 auf der Strecke Moskau–Berlin eingesetzt werden. Die Talgo- Züge verfügen über eine automatische Umspurvorrichtung von russischer Breitspur auf europäische Normalspur. Die Bahnfahrt von Moskau nach Berlin soll sich durch den Einsatz der rollenden Hotels mit Schlaf-, Speise- und Ruhewagen von 27 auf 18 Stunden verkürzen. Tsp

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